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Kains Cntsiiknung.
Roman von Luise lvestkirch.
(9. Fortsetzung.)
och am selben Tag erledigte der Kommissär das Notwendige für Janfredrik Holm, und früh am nächsten Morgen trieb er persönlich ihm seine Keine Herde zusammen, eine widerspenstige Herde, die Swensens, voll lauter und heimlicher Empörung gegen ihren Hirten.
Janfredrik aber war sehr guten Muts. In dieser Nacht, zum erstenmal seit seiner Heimkehr aus dem Gefängnis, hatte Brün nicht anklagend vor seinem Bett gestanden. Bis zum Morgen hatte er tief und traumlos schlafen dürfen.
Trina hatte verweinte Augen und sah trotzig zu Boden. Die Hände in den Taschen, stand frech abwartend Brün. Aber Margret deutete durch Blicke und Bewegungen an, daß sie viel zu sagen hätte. Und kaum hatte der Beamte sich verabschiedet, so hob sie an:
„Das is ja eine feine Mode, das muß ich sagen, ein Frau, die nix von Sie wissen will, mit die Polizei herbeiholen Zu lassen. Mit mein Willen hätten Sie mich nich zu sich
gekriegt. Aber eine arme Frau, die is ja vogelfrei. Da tun die Beamtens mit, was sie wollen. Da fragt kein nach, wo die bleibt, wenn sie man bloß aus'n Weg is un die Stadt
kein Geld mehr kosten tut. Kinders, Kinders! Das is uns auch nich an die Wiegens gesungen, was? daß wir noch mal bei ein Mörder Hausen gehn sollten —"
„Margret Swen- sen," unterbrach Janfredrik sie bedächtig, „hast du ein warmes Tuch in das Bündel in? Es weht ein büschen in'n Moor."
Sie schüttelte verächtlich den Kopf. „Woher denn bloß? Ich bin ein arme Witwe. Ja, wenn ich mein Bruder Brün noch hätt'l"
„Denn so müssen wir dich eins kaufen. Dr: kannst auch gleich mitkommen, mein Dochter", wandte Janfredrik sich an Trina. „So'n Blusenkram wie du tragen ja die Mächens in den Schießzelten bei'n Bremer Umschlag, aber inn Moor, wir kennen das nich."
Er trat in einen der kleinen Läden am Hafen, kaufte ein
Erbauungsstunde.
Gemälde von E. Rau.
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1906. Nr. 31.
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