Heft 
(1881) 297
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Deutsche Monatshefte.

Jlln st rirte

suche, jene hohen Wellenberge der arktischen Region zu erstürmen, die der Forschung bis jetzt unüberwindliche Hindernisse entgegen- gcstellt haben, schließt das interessante Werk, aus dem wir hier eine Illustration des Nord­caps geben. Dasselbe erhielt im Jahre 1554 von Chancellor und Burrough, den Genossen der berühmten arktischen Expedition von Wil- longhby der ersten, die im Norden über­winterte, seinen Namen, weil sie sich für die Entdecker des­selben hielten. Jn- deß hat schon der erste Nordpolfah­rer Ottar etwa um das Jahr 870 das Nordcap Europa's (71" 10' n. Br.) umsegelt.

Vom NmM(ch nach Stambul ist, wie gesagt, ein weiter Weg wir legen ihn auf den Zauberschwingen der Phantasie in kürzester Frist zu ­rück und versetzen uns aus den Re­gionen des Eises an der Hand eines kundigen Führers im Nu an die Ufer des Goldenen Horns! Das far­bige buntbewegte Bild ist voll Reiz und Leben: im

Norden das stein­gebaute, in Ter­rassen anfsteigcnde Pera, im Süden Stambul, die kuppet geschmückte Türkenstadt, der elastische Boden von Byzanz! Hier ist jenes erhabene Werk, der Koran, entstanden, der die Grundlage einer Religion geworden, die noch heute über zweihundert Millionen treuer Anhänger zählt. Es dürfte deshalb von In­teresse sein, ein Blatt aus diesem Koran nach Schweiger-Lerchcnfeld's vortrefflichem Buche vorzuführen und dann nach Ullmann'sKoran" eine kurze wörtliche Uebersetzung zu geben.

Die vorliegende Drnckprobe beginnt in Mitte der Sure 107, enthält ferner die Sure 108 und die ersten Verse der Sure 109. Die Sure 107,Die Zuflucht", handelt von dem, der daszukünftige Gericht" leugnet. Das Blatt beginnt mit folgendem Vers: (Dies ist der,

welcher)verstößt die Waise und regt Nieman­den an, den Armen zu speisen. Wehe denen, welche zwar beten, aber nachlässig beim Gebet sind und nur gesehen sein wollen, und die, welche dem Nothleidenden die Zuflucht ver­sagen." Es folgt die ganze Sure 108:Wahr­lich, wir haben dir gegeben Al' Chautsar (Nektar, Ueberfluß); darum bete zu deinem Herrn und opfere. Wahrlich, der, so dich hasset, soll kinderlos bleiben." Mit dem ersten Vers der

Sure 109,Die Ungläubigen", schließt das Blatt. Dieser Vers lautet: Sprich: O ihr Un­gläubige, ich ver­ehre nicht das, was ihr verehret."

Es bleiben uns noch einige Worte über das Buch von A. v. Schwcigcr- Lcrchcnfeld zu sa­gen übrig, von dem jetzt etwa sechs bis acht Fortsetzungen erschienen sind. Nach diesen zu schließen, dürfte das Werk in der That ein vollstän­diges Gemälde jener Gebiete lie­fern, deren elasti­sche und cultur- geschichtliche Ver­gangenheit von jeher das lebhaf­teste Interesse der ganzen gebildeten Welt erregt hat. Die Schilderungen beginnen mit Al­banien, erstrecken sich dann auf Grie­chenland, Macc- donicn, Stambul, Anatolien, Armenien und Kurdistan. Die ara­bische Welt: Mesopotamien, die arabische Halb­insel, Syrien und Palästina, soll das inter­essante Gemälde vervollständigen; hierauf wird das ganze Nilthal bis Abessynien folgen. Tri- politanien und das neuerdings wieder inter­essant gewordene Tunis sollen den natürlichen Abschluß bilden.

Die Lösung seiner schwierigen Aufgabe hat Schweiger-Lerchcnfeld nach künstlerischer Manier im Genre der sogenanntenhistorischen Land­schaft" unternommen und bis jetzt recht glück­lich dnrchgeführt. Das heißt:das Schwer­gewicht liegt in der landschaftlichen Schilderung,

Eine Seite aus einem gedruckten Koran.

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