- George Allan in Bukarest. -
gar nichts mehr von seinem Manne, wenn diese Kammersession doch erst am Ende wäre!"
„Glaubst Du, daß es Krieg giebt?" wandte sich Olga an ihren Bruder Costica, um etwas zu reden.
„Ich glaube es nicht!"
„Aber das russische Heer steht doch bei Kischineff!"
„Gerade weil man so viel davon spricht, daß sie und wie viel Mann da stehen, glaube ich, es wird nicht Ernst".
Euphrosine gähnte: „der nächste Winter würde mit all den russischen Ossizieren recht belebt werden!"
„Es wäre zu furchtbar,.wenn es Krieg gäbe", meinte Fslicie, „ich glaube, ich überlebte es nicht".
„Wir können ja neutral bleiben!"
„Wie können wir das, wenn Europa uns nicht —- — —"
„Um Gottes Willen, Kinder", fuhr wieder Euphrosine dazwischen, während sie mit Costica liebäugelte, „nun fangt Ihr auch noch mit Politik an. Erzählen Sie uns lieber von Libette, Costica, das soll ja eine zweite Keller sein".
„Ich kenne sie nicht", entgeguete er.
Euphrosine lachte hell: „Diese liebe Unschuld!" während Catarina von den Photographien aufschauend, sich erkundigte, woher der neue Stern ausgegangen.
Bald nach Ein Uhr trat der Hausherr mit den erwarteten Herren ein. Es war ein Zug von Bedrückung auf Aller Gesichter. Vulteano, dessen große Augen und mächtige Stirn ihn immer vor Allen auszeichneten, war der Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit von Seiten der Hausfrau. Er küßte ihr die Hand und erkundigte sich angelegentlich nach ihren zahlreichen Kindern, wegen deren Erziehung sie sich manchmal Raths bei ihm erholte. Dann, nachdem er seiner Frau zärtlich zugenickt, wandte er sich an Catarina Glogorno, welche Veresco vom ersten Augenblicke des Eintretens an in ein lebhaftes Gespräch gezogen hatte. Vulteano wartete ein wenig, ob sie sich ihm zuwenden würde, dann, als er sah, daß sie sich absichtlich immer mehr von ihm abwandte, war er im Begriff, Euphrosine anzureden, als Catarina wie zufällig mit den glühenden Augen aufschaute und harten Tones sagte: „Ach, Sie sind auch hier, Herr Vulteano? Ich dachte, Sie hätten Wichtigeres zu thun!"
Radu sah ihr ruhig in die Augen, er hoffte sie mit seinem Blick zu beschwichtigen, sie aber wurde durch seine Ruhe nur gereizter und flüsterte, da Veresco sich Olga zugewandt hatte:
„Sie sind der falscheste Mann, den ich kenne, ich hasse Sie!" Radu lächelte in sich hinein: „also ein steter Kampf!" Für den Augenblick, da er etwas abgespannt war, schien ihm diese Aussicht nicht sehr verlockend, aber er sagte laut: