den Erdmann und Schalter auf ihn ausübten, zum Studium der Philosophie so lebhaft hingezogen, daß er von jetzt an ihr vorzugsweise seine Kraft und Zeit widmete. Unter den Lehrern der Universität war noch einer, der ihn durch seine Persönlichkeit und Vorträge zwar nicht beeinflußte, aber außerordentlich interessirte: Heinrich Leo.
Nach Beendigung des Trienniums schrieb er seine Dissertation „Vs Varnasniäs vlatonieoJ kehrte mit dem Doctorgrade der Philosophie zu Ostern 1847 nach Hanse zurück, um seine angegriffene Gesundheit in ländlicher Stille und Muße zu kräftigen.
Zu Anfang des Jahres 1848 nahm er eine Hauslehrerstelle in Pforzheim an, die ihm, neben materiellen Mitteln, auch noch einige Muße zu seinen philosophischen Studien gewährte. Diese Stellung gab er im August 1850 auf und ging nach Heidelberg, um sich an der dortigen Universität zu habilitiren.
Während seines Aufenthalts in Pforzheim trat er mit der Schrift: „Diotima oder die Idee des Schönen" (1849) vor die Oeffentlichkeit. Ueber diese erste größere Schrift seiner Jugendjahre sagt er in der Vorrede zu seiner Abhandlung aus dem Jahre 1871 „Ueber die Entstehung und die Entwicklungsformen des Witzes":
„Was ich jetzt ästhetische Vorstellungsweise nenne, hieß mir damals „„die Idee des Schönen""; was ich jetzt psychologisch zu entwickeln suche, wollte ich damals metaphysisch darthun, und ich habe dadurch, wie ich gesehen, der Deutlichkeit Eintrag gethan. Wenn ich die Zeit finden werde, jene Schrift unter demselben Namen von neuem herauszugeben, so wird meine Arbeit in dieser psychologischen Umbildung des Ganzen bestehen".
Im November 1850 begann er seine Vorlesungen und wurde gleich Anfangs von einer zahlreichen Zuhörerschaft empfangen, die sich schnell vermehrte. Die Theilnahme an seinen Vorträgen wuchs von Semester zu Semester. Diesen bedeutenden, in kurzer Zeit errungenen Erfolg kann ich mir dadurch wohl erklären, daß Fischer mit der seinem Wesen eigentümlichen Lebhaftigkeit und Wärme den vorgetragenen Gegenstand nicht als ein erlerntes und nachstudirtes Object, sondern als etwas Selbsterlebtes und vollkommen Empfundenes den Zuhörern gab: als eine Sache, die ihn innerlichstund tief durchdrungen hatte. Die ästhetische und klare Tarstellungsweise, durch die er sich schon auf der Schule auszeichnete, hat gewiß in zweiter Reihe zu den Erfolgen seiner Vorlesungen beigetragen. Das Persönliche Durchdrungensein von den: behandelten Gegenstände und die daraus entspringende Selbstüberzeugung theilt sich dem Zuhörer und Leser unmittelbar mit, erwärmt und gewinnt ihn für die Sache. Derjenige, der selbst, was er denkt und spricht, nicht von Herzen glaubt, kann auch in den Hörern keine Ileberzeugung wecken.
Ter günstige Anfang seiner akademischen Lehrtätigkeit, das stetig wachsende und sich erhaltende Interesse an seinen Vorträgen durften ihn mit