Der schöne Lhecco.
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Da erblickte ich plötzlich am Ende der Straße noch einmal die hohe, schwarze Gestalt Don Elementes langsam wieder naher wandelnd, gemessenen, feierlichen Schrittes, dunkel und ernst von Ansehen.
Ich mochte mich sträuben, schämen, schelten, aber wir sind ja so gar- nicht Herr unserer Stimmungen, eine Wolke, die über die Sonne geht, kann unsere glänzendste Laune plötzlich aschgrau färben: und so geschah es mir. Es war mir, als erhielte das eben so friedliche Bild um mich her jählings die surchtgespannte Stimmung einer Landschaft vor dem Gewitter. Die Luft erschien mir matt und schwer, trübe und blaß der Sonnenschimmer und ein dumpfes Leben regte das zarte Laub der Hangenden Rebenranken.
Ich fühlte keinerlei Verpflichtung und noch weniger Lust, mich mit dem Priester in eine erneute Discussion einzulassen, ich wich ihm deshalb aus und begab mich langsamen Schrittes zu meiner Behausung in Don Salvatores Villa zurück. Aber meine behagliche Sicherheit war und blieb verloren.
Nach einigen Stunden trieb mich dennoch die unerklärliche innere Unruhe wieder nach Caprile. Ich fand Carmelas Haus offen und leer, Checcos fest verschlossen. Auf mein Klopsen kam keine Antwort. Nun, dachte ich, ihre Herzen haben sich gesunden, und wer wollte es ihnen da verdenken, daß sie nach keiner weiteren Gesellschaft begehren?
Ich wandte mich also ab, schleuderte ein wenig durch die Felder und genoß die beginnende Abendkühle. Und doch, als ich nach Einbruch der Dunkelheit mit Don Salvatore in seiner traulichen Rebenlaube beim Oapri dianoo saß, überschlich mich noch einmal jenes Gefühl der Sorge. Aber mein verständiger Wirth lachte mich aus, mit Recht, wie es mir selber schien. Und so blieb ich denn und beschwichtigte mein leise bangendes Herz mit vernünftigen Gesprächen.
Am nächsten Morgen in nicht zu früher Stunde, als ich mich eben zum Ausgehen rüstete, trat plötzlich Carmela herein mit thränenüberströmtem Gesicht, bleich und in solcher Erregung, daß sie nur mühsam Athem und Worte fand.
„Er ist fort, Herr, verschwunden, und Niemand weiß, wohin!" ries sie mit erschütterndem Jammerton.
„Checco?" fragte ich erschrocken, „wann? warum? Wäret ihr gestern nicht in Frieden bei einander?"
„O Herr, nein, es war Alles umsonst, ich kannte den Checco nicht mehr, er war ganz wie von Sinnen. Denket nur, als ich zu ihm hinein kam, ich ging friedlich ganz langsam und ängstlich, da blickte er mich wieder so seltsam an, zuerst, ja, da sah es so aus, als sagten seine Augen, daß sie mich schön fänden, und ich freute mich im Stillen, obgleich ich auch ein wenig scheuer noch dadurch ward, aber dann auf einmal machte er ein so ganz trübseliges Gesicht, ich weiß nicht, weil ich so langsam kam oder warum, aber wahrhaftig, ich konnte nicht schneller, mir schlug das Herz zu sehr vor