7 g. Band. Vierzigster Jahrgang. Oktober )§g 7 —Pg§.
Preis vierteljährlich 3 M. so. Mit postaufjchlag 3 M. 7s.
Inhalt: „Stechlin", Roman von Theodor Fontane (Fortsetzung). - „Gute Mär". Gedicht von Ernst Muellenbach. - „Die ^Hungersten,eV Roman von ^Gertrud ^Franke-S ch^ieve^l-
Das Armband der deutschen Kaiserin. — Weihnachts-Tele- A. E?tz?eU nd 7s^w ir'7?/n S°chwe rV^ur^d^i n?S^e
Stechlin.
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Theodor Kontane.
oldemar wollte sich entschuldigen.
„Nur keine Entschuldigungen. Und am wenigsten über das. Alles ist heutzutage so nüchtern, daß ich immer sroh bin, mal einer Aufregung zu begegnen; Aufregung kleidet besser als Indifferenz, und jedenfalls ist sie interessanter. Was meinst du dazu, Melusine?"
„Papa schraubt mich. Ich werde mich aber hüten, zu antworten."
„Und so denn wieder zur Sache. Ja, lieber Stechlin, was thun, was sehn? Oder wie Sie ganz richtig bemerken, was nicht sehn? Ueberall etwas sehr Schwieriges. In Italien vertrödelt man die Zeit mit Bildern, in England mit Hinrichtungsblöcken. Sie haben drüben ganze Kollektionen davon. Also möglichst wenig Historisches. Und dann natürlich keine Kirchen, immer mit Ausnahme von Westminster. Ich glaube, was man so mit billiger Wendung ,Land und Leute' nennt, das ist und bleibt das Beste. Die Themse hinauf und hinunter, Richmond-Hill (auch jetzt noch, trotzdem wir schon November haben) und Werbekneipen und Dudelsacks- pfeiser. Und wenn Sie bei Passiernng eines stillen Squares einem sogenannten ,Straßenraffael' begegnen, dann stehen bleiben und zusehn, was das sonderbare Genie mit seiner linken und oft verkrüppelten Hand aus die breiten Straßensteine hinmalt. Denn diese Straßenraffaels haben immer nur eine linke Hand."
„Und was malt er?"
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Die Weihnachtsgans. Nach dem Gemälde von A. I. Llsley.
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1898 (Bd. 79).