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Crschnnt Sonnabends
und ist in dev Post-Zeitiingspreisliste unter Nr. t7Z8 eiiiqetrogen.
Berlin, den ^8. Januar.
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Inhalt: Grosistadtpflanzen. Von Emil Marriot (Schluß). - - Ein Wendepunkt der Geschichte im t8. Jahrhundert. Von C. Th. - hlnssisch-sibirische tinstände. Von Philipp Skeiu. — r ie <Pren.;en der nienschlichen Erkenntni». Studie von 1>r. piman iZchlußü — Das Perpetuum mobile. Eine fränkisch-mvrpenländische Geschichte. Von .veinrich Vrupsch. —> Ter Eichtäther ais Träger der Elektricität bei Termvirtuncteu. Von t>r. «ldrian. — Neues über Ellarlotte Stieglitz. Bon A. M. — Kleine Kritik.
GroDaöiManIen.
(5in Bild aus dein Wiener Leben.
Bon
Gmil Mavvrot.
(Schluß.)
T ch werde nlich nach der kleinen Nelly sehnen," sprach Herr Anselm mit trübem Lächeln. „Armes kleines Ding! Als sie geboren wurde, tvar ich etwas enttäuscht. Ich hatte ans einen Enkel gehasst .... Heute aber sage ich: Gott sei Dank dafür, daß er uns ein Mädchen schenkte! Wer weiß, was wir an einem Knaben erlebt hätten ..."
„Ich habe niemals nach einem Sohne verlangt," sagte Ellen voll Selbstbewusstsein. „Ich möchte einen Sohn gar nicht haben."
In einer Tochter hoffte sie ein sich vollkommen ähnliches Wesen heranznbilden . . . Daß sie keine liebende, nachsichtige, hingebungsvolle Gattin gewesen war, daß sie in diesem Hanse zu niemandes Freude gelebt hatte — das zu denken kam ihr nicht einmal in den Sinn, llnd am Ende - - wozu hätte sie sich mit zwecklosen und zu späten Selbstvorwürfen quälen sollen? Sie hätte ein Engel sein können und wäre doch vom Gatten verraten und geopfert worden. Nur wenn sie gemein wie jene Dirne gewesen wäre, würde sie — vielleicht — den Sieg über die Nebenbuhlerin davongetragen haben. Nicht die sanften, weiblichen Tugenden, welche ihr fehlten, waren cs, die ihr den Gatten und ihrem Kinde den Vater genommen hatten. Um dieser sanften, weiblichen Tugenden willen richtet sich selten ein Alaun zu Grunde. Genußsucht, Sinneskitzel, Gemeinheit -- das tvar es, was sie dem Manne Hütte bieten müssen, um ihn dauernd an sich zu fesseln . . . und immer noch würde ihr, als der legitimen Frau, der b->ut-Müt der verbotenen Frucht ! gefehlt haben. Nein! in solchen Fällen giebt es für die ehr- ! bare Frau nur einen Weg: im voraus ans den Sieg ver- :
zichten. Denn gerade im Siege selbst wäre ihre tiefste Niederlage enthalten.
Also dachte ihr Schwiegervater, als er sie znm Abschied an sein Herz schloß.
„Gott mit Dir, Ellen!" sagte er. „Lebe für Dein Kind, und wenn Nelly einmal erwachsen ist und Du aus ihre Verheiratung denkst, dann . . . dann zwinge sie zu keiner Geldheirat. Laß sie selber Wahlen . . . einen armen, tüchtigen Jungen, wenn sie gerade ihr Herz einem armen geschenkt haben sollte . . . gieb sie ihm . . . gieb sie ihm, Ellen ... so wird es besser sein, als wenn Du Dir Deinen Vater und mich znm Muster uimmst ... Du hast ja au Dir selbst erfahren, was bei solchen von den Familien der jungen Leute gemachten Heiraten herauskommen kann. Wenn wir schon über das Schicksal unserer Söhne nicht viel oder nichts vermögen, so sollen wenigstens unsere Töchter nicht geopfert werden."
Vll.
Es dauerte gar nicht lange, und die kleine Fanfan war ebenso schnell aus der Mode, wie sie seiner Zeit im Fluge in die Mode gekommen war. Nach dem Skandal, den sie wach- gerusen, und der einen Vater seines einzigen Sohnes beraubt, eine junge Frau zur Witwe und ein Kind zur Waise gemacht hatte, leuchtete Fanfans Stern noch für eine kurze Weile ans und erlosch dann plötzlich. Znm Teil lag die Schuld daran an ihr selber. Daß sie ihre Schönheit verloren, hätte man ihr vielleicht noch verziehen; aber sie hatte auch ihre Verve und ihre Frechheit eingebüßt, hatte das Singen und Pfeifen verlernt und war melancholisch geworden.
Eine ihrer Kameradinnen vom Theater machte ihr einmal Vorwürfe darüber. „Dil richtest Dich mutwillig zu Grunde," sagte sie zu ihr. „Wenn Du es noch eine Zeitlaug so treibst, wird kein Hahn noch nach Dir krähen. Worüber betrübst Du Dich denn? Geht Dir etwa der Tod dieses Affen von einem Bergmann so nahe?"
„Gott bewahre!" antwortete Fanny. „Ich habe nichts