Konzeptionen des Strategischen Personalmanagements 51
operativen Entscheidungsebenen— abgegrenzt werden könnte. Abweichend vom Michigan-Ansatz ist letztlich das gesamte Personalmanagement„strategisch“, wenn und soweit es auf die Erreichung strategischer Ziele und Effizienzkriterien der Unternehmung gerichtet ist. Häufig wird daher anstelle des Begriffs „Strategisches Personalmanagement“ ganz allgemein vom Personalmanagement und dessen gewünschte„strategic outcomes“ gesprochen.
Noch auf eine weitere Besonderheit des INSEAD-Ansatzes ist hinzuweisen. Das SPM wird so eng mit dem allgemeinen Management verknüpft(SPM als Aufgabe des General Managers, daß eigene Ziele und eigene(funktionale) Strategien des Personalmanagements als Problembereiche ausgeklammert werden. Damit unterscheidet sich der INSEAD-Ansatz erheblich von dem später zu besprechenden Stuttgarter Ansatz.
2 Zielbezug und Effizienzkriterien des Strategischen Personalmanagements in verschiedenen Organisationskulturen
Es werden die folgenden Effizienzkriterien des SPM(=„strategic outcomes“) unterschieden!?
(1) Soziale Gerechtigkeit(„equity“) und zwischenmenschliche Beziehungen(interne Orientierung)
(2) Wettbewerbsfähigkeit bzw. Implementierung der jeweiligen Unternehmensstrategie gegenüber der Umwelt(externe Orientierung)
(3) Innovation und Flexibilität(Organisation-Umwelt-Beziehung)
(4) Innerbetriebliche Integration von Organisationseinheiten in komplexen Unternehmen
a) Soziale Gerechtigkeit und zwischenmenschliche Beziehungen
Unter der Bezeichnung„equity and human relations“ werden im wesentlichen die mitarbeiterorientierten Sozial- oder Humanziele der Unternehmung zusammengefaßt. Das SPM soll zur Erreichung dieser Ziele beitragen. Beispielhaft genannt werden die Sicherstellung der Lohngerechtigkeit durch Verfahren der Arbeitsbewertung, die Humanisierung der Arbeitsbedingungen, die Pflege der zwischenmenschlichen Beziehungen etc. Die Erreichung dieser sozialen Ziele wird als eine wesentliche Vorbedingung für die Erreichung ökonomischer Ziele angesehen.
b) Wettbewerbsfähigkeit bzw. Implementierung der jeweiligen Unternehmensstrategie
In Anlehnung an Porter? werden zwei alternative Unternehmensstrategien zur Erringung eines Wettbewerbsvorteils auf den Absatzmärkten unterschieden: die „Kostenführerschaft“(Produktion zu möglichst geringen Kosten) und die„Pro