Konzeptionen des Strategischen Personalmanagements 53
belohnt. Dem SPM fällt vor allem die Aufgabe zu, Störungen der zwischenmenschlichen Beziehungen, durch Aufstellen formalisierter Regeln zu vermeiden. Organisationen dieses Typs können in stabilen Umwelten effizient sein, da in solchen Situationen nur ein geringer umweltbezogener Handlungsbedarf besteht. Probleme entstehen bei zunehmender Turbulenz der Umwelt.
(2) SPM in„marktorientierten“ Organisationen
In der„marktorientierten“ Organisation besitzt das Effizienzkriterium„Wettbewerbsfähigkeit bzw. Implementierung der Unternehmensstrategie“ für das SPM den höchsten Stellenwert. Diese Kultur ist vor allem durch eine ausgeprägte Leistungsorientierung gekennzeichnet. Sie äußert sich u.a. in der vorherrschenden Entlohnung nach Leistung(Leistungsanreizsysteme), in der Suche nach neuen Mitarbeitern, in der Gewinnung von neuen Mitarbeitern vom externen Arbeitsmarkt nach dem Prinzip der Bestenauswahl, in der Beschränkung der Aus- und Weiterbildung auf die Qualifizierung für die unmittelbare Arbeitsaufgabe und schließlich in der Entlassungspolitik. Alles, was im Unternehmen geschieht, muß sich daran messen lassen, welche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit zu erwarten sind. Dies gilt auch für Personalentscheidungen. Die Zeitperspektive der„marktorientierten“ Organisation ist typischerweise kurzfristig. Es geht um den schnellen, unmittelbaren Erfolg am Markt.
(3) SPM in„Clan“-Organisationen
In„Clan“-Organisationen orientiert sich SPM vor allem an dem Effizienzkriterium„Innovation und Flexibilität“. In Kulturen dieses Typs werden die Mitarbeiter als strategische Schlüsselressource betrachtet, von der Erfolg oder Mißerfolg des Unternehmens in der Zukunft wesentlich abhängt. Der Pflege eines Corps-Geistes kommt besondere Bedeutung zu. Offene Stellen werden überwiegend„aus den eigenen Reihen“ besetzt; zu diesem Zweck wird intensive Ausund Weiterbildung betrieben. Neue Mitarbeiter werden erst nach intensiven Auswahlverfahren eingestellt, wobei die vermutete Anpassungsfähigkeit und das antizipierte Leistungspotential mehr noch als die bereits vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten als Auswahlkriterien wichtig sind. Die Zeitperspektive der „Clan“-Organisation ist im Vergleich zur„marktorientierten“ Organisation langfristig. Man versucht, ein hinreichendes Maß an Flexibilität in der bestehenden formalen Organisation zu sichern; zusätzlich werden informale Organisationsformen mehr als anderswo verwendet.„Clan“-Organisationen sind nach Evans vor allem dann effizient, wenn die Umwelt ungewiß, komplex und dynamisch ist.
Zusammenfassend zeigt sich, daß die jeweils vorherrschende Organisationskultur die Grundorientierung des SPM prägt. Die Kultur ist so gesehen die unabhängige, SPM die abhängige Variable. Eine umgekehrte Wirkungsrichtung ergibt sich, wenn die Kultur durch SPM beeinflußt werden kann. Welche Kultur