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Humanität und Rationalität in Personalpolitik und Personalführung : Beiträge zum 60. Geburtstag von Ernst Zander / hrsg. von Helmut Glaubrecht und Dieter Wagner
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Konzeptionen des Strategischen Personalmanagements 53

belohnt. Dem SPM fällt vor allem die Aufgabe zu, Störungen der zwischen­menschlichen Beziehungen, durch Aufstellen formalisierter Regeln zu vermei­den. Organisationen dieses Typs können in stabilen Umwelten effizient sein, da in solchen Situationen nur ein geringer umweltbezogener Handlungsbedarf be­steht. Probleme entstehen bei zunehmender Turbulenz der Umwelt.

(2) SPM inmarktorientierten Organisationen

In dermarktorientierten Organisation besitzt das EffizienzkriteriumWettbe­werbsfähigkeit bzw. Implementierung der Unternehmensstrategie für das SPM den höchsten Stellenwert. Diese Kultur ist vor allem durch eine ausgeprägte Lei­stungsorientierung gekennzeichnet. Sie äußert sich u.a. in der vorherrschenden Entlohnung nach Leistung(Leistungsanreizsysteme), in der Suche nach neuen Mitarbeitern, in der Gewinnung von neuen Mitarbeitern vom externen Arbeits­markt nach dem Prinzip der Bestenauswahl, in der Beschränkung der Aus- und Weiterbildung auf die Qualifizierung für die unmittelbare Arbeitsaufgabe und schließlich in der Entlassungspolitik. Alles, was im Unternehmen geschieht, muß sich daran messen lassen, welche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit zu erwarten sind. Dies gilt auch für Personalentscheidungen. Die Zeitperspekti­ve dermarktorientierten Organisation ist typischerweise kurzfristig. Es geht um den schnellen, unmittelbaren Erfolg am Markt.

(3) SPM inClan-Organisationen

InClan-Organisationen orientiert sich SPM vor allem an dem Effizienzkrite­riumInnovation und Flexibilität. In Kulturen dieses Typs werden die Mitar­beiter als strategische Schlüsselressource betrachtet, von der Erfolg oder Mißer­folg des Unternehmens in der Zukunft wesentlich abhängt. Der Pflege eines Corps-Geistes kommt besondere Bedeutung zu. Offene Stellen werden überwie­gendaus den eigenen Reihen besetzt; zu diesem Zweck wird intensive Aus­und Weiterbildung betrieben. Neue Mitarbeiter werden erst nach intensiven Auswahlverfahren eingestellt, wobei die vermutete Anpassungsfähigkeit und das antizipierte Leistungspotential mehr noch als die bereits vorhandenen Kenntnis­se und Fähigkeiten als Auswahlkriterien wichtig sind. Die Zeitperspektive der Clan-Organisation ist im Vergleich zurmarktorientierten Organisation langfristig. Man versucht, ein hinreichendes Maß an Flexibilität in der bestehen­den formalen Organisation zu sichern; zusätzlich werden informale Organisa­tionsformen mehr als anderswo verwendet.Clan-Organisationen sind nach Evans vor allem dann effizient, wenn die Umwelt ungewiß, komplex und dyna­misch ist.

Zusammenfassend zeigt sich, daß die jeweils vorherrschende Organisationskul­tur die Grundorientierung des SPM prägt. Die Kultur ist so gesehen die unab­hängige, SPM die abhängige Variable. Eine umgekehrte Wirkungsrichtung er­gibt sich, wenn die Kultur durch SPM beeinflußt werden kann. Welche Kultur