54 Konzeptionen des Strategischen Personalmanagements
vorherrscht, ist durch das SPM grundsätzlich beeinflußbar. SPM kann die bestehende Kultur unterstützen und verstärken oder aber kulturelle Veränderungen einleiten, so z.B. durch Neubesetzung von Führungspositionen. Diesen Aspekt hebt Evans besonders hervor, wenn er schreibt:„... human resource management can be viewed as managing the culture of the firm“2. Das vierte Effizienzkriterium des SPM, die Integration von Organisationseinheiten, ist vor allem in komplexen, multinational tätigen Unternehmen wichtig. Dieses Sonderproblem wird im Rahmen des INSEAD-Ansatzes besonders eingehend behandelt.
3 Strategisches Personalmanagement in multinationalen Unternehmen
Das Hauptinteresse des INSEAD-Ansatzes gilt den Möglichkeiten und Bedingungen einer effizienten, zielbezogenen Gestaltung des SPM in komplexen, multinationalen Unternehmen.** Die Problemsituation dieser Unternehmen ist dadurch charakterisiert, daß sie auf heterogenen Produktmärkten in Regionen mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Bedingungen tätig sind und ein mehr oder weniger engmaschiges Netz von Niederlassungen und Tochtergesellschaften betreiben. Die Frage stellt sich, ob und wie SPM in dieser Situation zur angestrebten Integration der einzelnen, auseinanderdriftenden Organisationseinheiten des Unternehmens beitragen kann. Ausgangspunkt der Analyse ist die Einbettung des SPM in die Organisationshierarchie.
a) Hierarchische Differenzierung des Strategischen Personalmanagements
Evans Theorie des SPM in multinationalen Unternehmen geht davon aus, daß mehrere Ebenen der Organisationshierarchie als Entscheidungsträger beteiligt sind?$, nämlich die
® Unternehmensebene(=„corporate level“)
® Geschäftsbereichsebene(= divisional level“)
®@ Werks- bzw. Niederlassungsebene(= business element level“,„subsidiary level“).
Inhalt und Umfang des SPM ist je nach Hierarchieebene verschieden. aa) SPM auf Unternehmensebene Typische Aufgaben des SPM auf Unternehmens- bzw. Konzernebene sind:
(1) die Formulierung genereller, unternehmensweiter Grundsätze und Richtlinien für das Personalmanagement auf nachfolgenden Hierarchieebenen und deren Durchsetzung;
(2) die Entwicklung und der Einsatz strategischer Personalressourcen, d.h. von qualifizierten Führungskräften, die im Bedarfsfall von einem Geschäftsbereich(„Division“) zum nächsten versetzt werden können.