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Humanität und Rationalität in Personalpolitik und Personalführung : Beiträge zum 60. Geburtstag von Ernst Zander / hrsg. von Helmut Glaubrecht und Dieter Wagner
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56 Konzeptionen des Strategischen Personalmanagements

dafür könnten liegen im Einsatz unterschiedlicher Unternehmensstrategien gegenüber diesen Märkten und/oder in lokal oder regional unterschiedlichen Implementierungsschwierigkeiten, die sich bei gleicher Unternehmensstrategie ergeben.

Aus der Perspektive der Produktmärkte stellt sich die grundsätzliche Frage: Zentralisierung oder Dezentralisierung? Die Antwort scheint naheliegend zu sein:From the perspective of produkt-market or business logic, the basic prin­ciple ist that human resource policies and practices should be adapted to each particular product-market, and thereby necessarily decentralized?, Dem steht jedoch die entgegengesetzte Tendenz zu einer verstärkten Integration und Zen­tralisierung gegenüber, die verschiedene Ursachen hat, so z.B. die Globalisie­rung einzelner Industriezweige, die zunehmende wechselseitige Abhängigkeit der Organisationseinheiten und Geschäftsbereiche, der Zwang zu erhöhter Flexibili­tät im Einsatz von Ressourcen. Evans zieht die Schlußfolgerung:The pressures of global integration and the related challenges of making strategic management process work more effectively are leading to a reinforcement of the role of cor­porate human resource management.28

Die Lösung liegt nach dem INSEAD-Ansatz in einem Kompromiß.?? Für globa­le, eng zusammenhängende Geschäfte(global interdependent business) emp­fiehlt sich eher die Zentralisierung des SPM zusammen mit anderen strategi­schen Managementaufgaben. Für unabhängige, länderspezifische Geschäfte (independent countrybased business) erscheint die Dezentralisierung des SPM vorteilhafter.

c) Strategisches Personalmanagement bei unterschiedlichen Anpassungs­strategien an sozio-kulturelle Umweltbedingungen

Der INSEAD-Ansatz hat sich besonders eingehend mit den Anpassungsstrate­gien multinationaler Unternehmen an heterogene sozio-kulturelle Bedingungen und den Konsequenzen für das SPM beschäftigt. Es werden zwei Anpassungs­strategien unterschieden: dieglobale Strategie und diepolyzentrische Stra­tegie. Diese stellen unterschiedliche Anforderungen an das SPM.

aa) SPM beiglobaler Anpassungsstrategie

Dieglobale Strategie ist nach Evans gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Zentralisierung der Unternehmenspolitik auf der Unternehmensebene. Sie orien­tiert sich an der ethnozentrischen oder geozentrischen Organisationskultur des Stammhauses.

Die Implementierung derglobalen Strategie setzt ein SPM voraus, das auf der Unternehmensebene zentralisiert ist. Typisch dafür sind zahlreiche Richtlinien und Grundsätze, die einheitlich für alle Niederlassungen und Tochtergesellschaf­