56 Konzeptionen des Strategischen Personalmanagements
dafür könnten liegen im Einsatz unterschiedlicher Unternehmensstrategien gegenüber diesen Märkten und/oder in lokal oder regional unterschiedlichen Implementierungsschwierigkeiten, die sich bei gleicher Unternehmensstrategie ergeben.
Aus der Perspektive der Produktmärkte stellt sich die grundsätzliche Frage: Zentralisierung oder Dezentralisierung? Die Antwort scheint naheliegend zu sein:„From the perspective of produkt-market or business logic, the basic principle ist that human resource policies and practices should be adapted to each particular product-market, and thereby necessarily decentralized“?’, Dem steht jedoch die entgegengesetzte Tendenz zu einer verstärkten Integration und Zentralisierung gegenüber, die verschiedene Ursachen hat, so z.B. die Globalisierung einzelner Industriezweige, die zunehmende wechselseitige Abhängigkeit der Organisationseinheiten und Geschäftsbereiche, der Zwang zu erhöhter Flexibilität im Einsatz von Ressourcen. Evans zieht die Schlußfolgerung:„The pressures of global integration and the related challenges of making strategic management process work more effectively are leading to a reinforcement of the role of corporate human resource management.“28
Die Lösung liegt nach dem INSEAD-Ansatz in einem Kompromiß.?? Für globale, eng zusammenhängende Geschäfte(„global interdependent business“) empfiehlt sich eher die Zentralisierung des SPM zusammen mit anderen strategischen Managementaufgaben. Für unabhängige, länderspezifische Geschäfte („independent countrybased business“) erscheint die Dezentralisierung des SPM vorteilhafter.
c) Strategisches Personalmanagement bei unterschiedlichen Anpassungsstrategien an sozio-kulturelle Umweltbedingungen
Der INSEAD-Ansatz hat sich besonders eingehend mit den Anpassungsstrategien multinationaler Unternehmen an heterogene sozio-kulturelle Bedingungen und den Konsequenzen für das SPM beschäftigt.’ Es werden zwei Anpassungsstrategien unterschieden: die„globale“ Strategie und die„polyzentrische“ Strategie. Diese stellen unterschiedliche Anforderungen an das SPM.
aa) SPM bei„globaler Anpassungsstrategie
Die„globale“ Strategie ist nach Evans gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Zentralisierung der Unternehmenspolitik auf der Unternehmensebene. Sie orientiert sich an der ethnozentrischen oder geozentrischen Organisationskultur des Stammhauses.
Die Implementierung der„globalen“ Strategie setzt ein SPM voraus, das auf der Unternehmensebene zentralisiert ist. Typisch dafür sind zahlreiche Richtlinien und Grundsätze, die einheitlich für alle Niederlassungen und Tochtergesellschaf