296 Unternehmenskultur und Führungsgrundsätze
Die bis Dezember 1983 gewerkschaftseigene co-op AG wählte ebenfalls den Titel:
„Grundsätze zur Zusammenarbeit“, und die BP-Tochter SCS hatte sich auf
„Grundsätze der Führung und Zusammenarbeit“ geeinigt.
Dabei darf man davon ausgehen, daß die„Grundsätze“ meist älteren Datums sind und die Leitsätze oder gar Leitlinien sich als ihre„liberaleren Töchter“ entwickelt haben— ohne daß allerdings der Titel etwas über den praktischen Durchführungserfolg vorwegnimmt. Insider versuchen allerdings aus seiner Wahl auch bereits— wie mit einem Blick durch den Türspalt— auf„Die Art des Hauses“ schließen zu können.
Aber erst hinter den Titeln entfalten sich die unterschiedlichen Wege— Hinweise und Betonungen, mit denen die einzelnen Unternehmungen im Grunde dasselbe Ziel erreichen wollen: Optimale Markterfolge durch gute Mitarbeiterführung.
4 Der Versuch eines Vergleichs
Schon der Versuch des Vergleichs wird dadurch erschwert, daß sich die einzelnen für Führungsgrundsätze oder Leitlinien zusammengestellten Punkte keineswegs immer gleichen. Während z.B. bei Daimler, Reemtsma, der Shell oder SCS der Zielsetzung spezifische Aussagen gewidmet werden, spielt dieses Ziel bei Bertelsmann, co-op oder IBM nur indirekt, gewissermaßen durch die zielsetzende Wirkung der einzelnen Rubriken an sich eine Rolle. Bei IBM wurden sie u.a. unter die Rubriken„Dienst am Kunden“,„Effektive Wirkung“ oder„Verpflichtung gegenüber den Aktionären“ zusammengefaßt. Unter dem letztgenannten Titel heißt es:
„Die IBM ist ihren Aktionären verpflichtet, deren Investitionen wirtschaftliches Handeln ermöglichen.
Deshalb sind wir gehalten:
mit dem uns anvertrauten Kapital sorgfältig umzugehen, eine angemessene Rendite zu erwirtschaften, alle Gelegenheiten für ein stetiges und ertragreiches Wachstum wahrzunehmen.“
Gleichzeitig gibt es aber auch eine unter Punkt 7 schriftlich festgehaltene„Verantwortung des Unternehmens gegenüber der Öffentlichkeit“, die bei Bertelsmann ebenfalls unter Punkt 4 wörtlich angesprochen wird2. Bei IBM heißt es dazu: