Sicherung des Führungsnachwuchses 311
bereich II übernimmt(a), sprechen wir von einer„diagonalen“ Aufstiegsbewegung. Sie stellt besondere Anforderungen an die vorherige Qualifizierung der Nachwuchskraft und schließt ein gesteigertes Besetzungsrisiko ein. Um das Gesamtrisiko teilen und schrittweise vorbereitend qualifizieren zu können, kann man die„diagonale“ Bewegung in einen horizontalen und in einen vertikalen Teilschritt zerlegen, wie dies Abb. 2 mit den beiden Sequenzen b,—b, und c,—c, zeigt. Übersetzt man diese abstrakte Darstellung in die Realität zweier Führungspositionen in zwei verschiedenen Unternehmungsbereichen, dann kann man erwarten, daß die beiden Sequenzen nicht nur einen größeren Zeitbedarf gegenüber der diagonalen Bewegung(a) aufweisen, sondern auch unterschiedliche Anforderungen an die Nachwuchskraft und an die beiden betroffenen Unternehmungsbereiche stellen. In diesen Verschiedenheiten liegt die Chance, die Nachwuchsqualifizierung unter den Bedingungen des jeweiligen Einzelfalls zu optimieren. Im übrigen zeigt der hier erörterte Fall einer diagonalen Aufstiegsbewegung die enge Verflechtung der allgemeinen Nachwuchsförderung mit der auf den Einzelfall bezogenen Aufstiegs- bzw. Nachfolgeregelung.
IV Phasen der Sicherung des Führungsnachwuchses
Die Vorsorge für einen qualifizierten Führungsnachwuchs gehört in Mittel- und Großunternehmen zu den permanenten Führungsaufgaben. Diese komplexe Aufgabe läßt sich in mehrere Phasen unterteilen, die man in einer logischen Reihenfolge beschreiben kann. In der betrieblichen Praxis können sich diese Phasen je nach der Zahl der heranzubildenden Nachwuchskräfte und je nach dem Erfolg, der im Einzelfall in den einzelnen Phasen erreicht oder verfehlt wurde, überlagern.
In einem Wirtschaftsunternehmen bildet die Qualifizierung des Führungsnachwuchses keinen Selbstzweck; auch diese Führungsaufgabe hat sich deshalb grundsätzlich am ökonomischen Prinzip auszurichten. Das Wirtschaftlichkeitsprinzip äußert sich bei der Vorsorge für den Führungsnachwuchs in seiner bedarfsgerechten Heranbildung. Die Bedarfsprognose für den Führungsnachwuchs!° muß sich auf die künftig zur Besetzung anstehende Zahl von Führungspositionen beziehen, die mittel- und längerfristig erforderlichen Führungsqualifikationen bestimmen sowie den Zeitbedarf für die Bereitstellung qualifizierter Nachwuchskräfte im Hinblick auf die Besetzungstermine der in Frage stehenden Führungspositionen ermitteln. Zu den wesentlichen Faktoren, die den quantitativen Bedarf an Nachwuchskräften für Führungsaufgaben bestimmen, gehören insbesondere die Altersstruktur der jetzigen Führungskräfte, ihre Fluktuationsneigung, die Grundsätze für ihre Pensionierung, die geplanten Entwicklungen im Umfang des Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche, die