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Personen neben den Stadtschreibern die Notare. Aber dieser Ureis vermehrte sich doch stetig, da in den größeren Städten gelehrte Stadtrichter neben und über die Stadt- schreiber traten. Diese gelehrten Richter hatten aber lediglich einige Zeit eine Hochschule besucht, der Nachweis ihrer Befähigung wurde von ihnen nicht verlangt; indes hatten die landesherrlichen Räte meist akademische Grade erworben, die bei den Stadtrichtern und Advokaten selten genug Vorkommen. Die Mark, erst seit dem Beginn des 16 . Jahrhunderts mit einer Hochschule und Druckereien versehen, war lange hernach nicht imstande, den Bedarf an gelehrten Juristen durch Einheimische zu decken; so erklärt es sich denn, daß viele Landfremde in die Mark kamen, und daß sächsische
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Abb. 27 . Johannes weinleben (nach Seidel).
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Abb. 28. Lampert vistelmeier (nach Seidel).
Juristen an den Höfen zu Uölln und zu Tüstrin in die höchsten Stellen der Justizverwaltung gelangten?) Unter diesen ragt weitaus der Leipziger Lampert Distelmeier hervor, der, gestützt auf den märkischen Adel, es verstanden hat, die Spur seiner Tätigkeit Jahrhunderten aufzuprägen. Er schuf ein vortreffliches Beamtentum, er ordnete den Geschäftsbetrieb, er drängte die Aabinettsjustiz zurück, er sorgte für die Neuregelung des Lehnswesens, dessen größte Feinheiten er beherrschte, ja, er krönte seine Lebensarbeit mit dem Entwürfe eines märkischen Rechts, auf den noch unten einzugehen sein wird?)
9 „Die ältesten märkischen Kanzler und ihre Familien", Forschungen zur Brandenb. und preuß. Gesch. B. 7 , S. 479 ff.
2 ) „Lamxert Distelmeicr" (Schriften des Vereins für die Geschichte Berlins, Heft 22, S. t sf.)