lösten den vorhandenen Kalk und führten ihn in die Tiefe; das Eifenoxydul und -oxyd wurden in Eisenoxydhydrat verwandelt, und es entstand der Lehm, der sich als vortrefflicher Rohstoff für die Ziegelindustrie erweist. Große Städte, wie z. B. Lübeck, verdanken ihm hervorragende Bauten, In der Alluvialzeit bildeten sich schließlich die Wiesen tone, die wegen ihres hohen Aalkgehaltes für die Anfertigung von Ziegeln allerdings keine Benutzung finden können, und die Flußtone, die — wie z. B. bei Brandenburg a. h. — eine blühende Ziegelindustrie ins Leben gerufen Haben, heute aber leider vielfach schon völlig ausgebeutet sind.
Die Herstellung der Ziegel war in der Mark jahrhundertelang äußerst einfach. Der gegrabene Ton wurde durch einen Pferdegöpel gemischt und dann verstrichen. Die so erhaltenen Formlinge wurden in Ofen gebrannt und dann dem Orte ihrer Bestimmung zugeführt. Die Herstellung der Ziegel war damals ein Handwerk, wie so viele andere ihrer Art. Tin Umschwung trat erst ein, als durch die Erfindung der Aiegelmaschine das Handwerk anfing, sich in eine Industrie umzuwandeln. Ulan muß noch heute in der Mark Brandenburg Ziegeleien mit handstrich von denen mit Maschinenarbeit unterscheiden. Beide stellen zwei ganz verschiedene Typen dar.
Abb. 52 . Alte Ziegelei bei Lankwitz um isro.
Ziegeleien mit handstrich findet man in vortrefflicher Ausbildung rings um Berlin in größerer oder geringerer Entfernung. Angeblich bevorzugen die Baumeister der Reichshauptstadt den Handstrichziegel so sehr, daß sie den Maschinenziegel zurückweisen. Auch andere hier nicht zu erörternde Umstände spielen eine Rolle, und so bleiben die um Berlin liegenden Ziegeleien mit wenigen Ausnahmen in technischer Hinsicht immer auf demselben Flecke. Die Anfertigung der Ziegel geht bei ihnen etwa folgendermaßen vor sich:
Der in der Grube gewonnene Ton wird in Aippwagen zu dem Aufzuge gefahren und hier durch wechselseitiges Einschütten verschiedener Tonsorten bzw. der etwa nötigen Magermittel schon etwas gemischt. Der Aufzug befördert das Material alsdann zu dem Aentraltonschneider, einem stehenden Zylinder mit einer in ihm sich drehenden, mit Flügeln (Messern) besetzten Welle, hier wird der Ton, wenn nötig, genäßt und gut durchgemischt. Er verläßt den Zentraltonschneider durch mehrere Öffnungen, die nach den Richtungen der Windrose in gleicher höhe angebracht sind, in Gestalt eines Stranges. Die von dem Strange abgebrochenen Alumpen werden nunmehr auf fahrbaren Streichtifchen in Einzel- oder Doppelformen mit Sand- oder Wasserstrich zu Formlingen verarbeitet. Ein Mann