Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Die Geschichte / von Gustav Albrecht ...
Entstehung
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HauptindustrLen.

Baumaterialien und Feinkeramik.

von vr. Max Fiebelkorn. ZieAelmdustrie.

Die Mark Brandenburg ist an natürlichen Bausteinen arm. Nur bei Rüders­dorf tritt ein Kalklager auf, welches seit der ersten Hälfte des s3. Jahrhunderts ab­gebaut wird und die Mark, darunter ganz besonders die Reichshauptstadt, mit ge­branntem Kalke für Mörtelheritellung und mit rohen Steinen für Fundamen­tierungszwecke u. dgl. versieht. Zu den Kalksteinen gesellen sich die Geschiebe, die in unseren Mergel- und Lehmlagern wiedie Rosinen im Kuchenteige" eingebettet liegen und besonders dort, wo Endmoränen auftreten (Liepe, Oderberg usw.), in großen Mengen gewonnen werden. Zahlreiche alte Kirchen, Häuser und Mauern legen von ihrer Verwertung Zeugnis ab.

Bis in die Mitte des s3. Jahrhunderts finden wir den Feldsteinbau in der Mark noch allgemein in Übung. In vielen Gegenden reichte das Material aber schließlich nicht mehr aus, und man mußte auf künstliche Baustoffe zurückgreifen. Nichts lag näher, als zu diesem Zwecke an die Verarbeitung der Ton- und Lehm- / lager zu denken, die die Mark in reicher Menge birgt. !

Lager dieser Art gehören entweder dem Tertiär oder Quartär an. Das Mittel- oligozän ist vielfach gut ausgebildet und tritt für Ziegeleizwecke als Septarienton ganz oder nahe an die Oberfläche. Der Ton hat eine blaugraue Farbe, enthält die als Septarien bezeichneten Kalkknollen und schließt häufig Schwefelkiesstücke, Gips und die für das Mitteloligozän charakteristischen Versteinerungen ein. Sein Kalk­gehalt steigt häufig so weit, daß man eigentlich nicht mehr von einem Ton, sondern von einem Tonmergel sprechen müßte. Fundpunkte des Septarientons in der Mark sind u. a. Freienwalde a. O., Buckow, Hermsdorf bei Berlin.

Dem Quartär gehören jene Tone an, die den Schmelzwassern der herannahenden Gletscher ihre Entstehung verdanken und durch ihre eigenartige Ausbildung den Namen Bändertone erhalten Haben (Glindow). Sie sind voreiszeitlich. Während und zwischen den Eiszeiten kamen ebenfalls Tonlager zum Absätze, die an vielen Orten der Mark ausgebeutet und zu Ziegeln verarbeitet werden. Nach Beendigung der Glazialepoche wirkten die Sickerwässer auf die entstandenen Mergellager ein. Sie /