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zösisch gebildete vornehme Welt unerläßlich waren. Und so waren Friedrichs Gedanken sogleich darauf gerichtet, die Koryphäen der Wissenschaft von überall her zu sich nach Berlin zu rufen, um hier eine glänzende Gelehrtenrepublik zu begründen. Ganz im Sinne seiner Zeit war er dabei von der Znternationalität aller Wissenschaften so weit überzeugt, daß er nicht das mindeste Bedenken haben konnte, seine wissenschaftlichen Freunde und Diener fast nur aus dem Auslande zu holen. Sein Freundeskreis von Rheinsberg wurde berücksichtigt, aber natürlich zugleich überschritten. Zwei deutsche Freunde aus der kronprinzlichen Zeit verdienen als bedeutsame Gegengewichte gegen den von vornherein überwiegenden Ginfluß der französischen Mitglieder in der preußischen Akademie Erwähnung: Tharles Etienne Zordan und Christoph Ludwig von Stille. Beide waren geborene Berliner, der erstere ein reformierter Prediger, der feinen Beruf aufgegeben hatte, um sich ganz der Wissenschaft zu widmen, der andere ein Lutheraner und hochgebildeter Offizier. Jordan war Anhänger der Wolffschen Philosophie, ließ die Aufklärung aber nicht bis zur Verachtung der Religion gehen und hat dem Könige, durch seine ernste Wissenschaftlichkeit, mit religiösem Sinn verbunden, stete Achtung abgenötigt. Stille, in anderer Einsicht in einem gewissen Gegensatz zum König stehend, bemühte sich vergeblich, diesem einen besseren Begriff von den Deutschen und ihrer Literatur beizubringen — freilich ohne rechten Erfolg. Immerhin wurde durch diese beiden wackeren Männer, die allerdings keine schöpferischen Geister waren, das märkische Deutschtum nicht unwürdig vertreten. 5o viel wurde von Anfang an aber klar, daß der König, der alle Anstalten zur Erhöhung seiner Akademie selbst traf, sich gänzlich auf französische Männer zu stützen gewillt war. Voltaire hatte er schon vor der Thronbesteigung prophetisch als das chauvt der preußischen Gelehrtenrepublik gefeiert. Zunächst aber sicherte er sich den großen Mathematiker Maupertuis, der durch seinen Nachweis von der Abplattung der Erde an den Polen Weltruf erlangt hatte, als Haupt der Berliner Gesellschaft. Unter den Deutschen schien ihm nur der Philosoph Wolfs ebenbürtig zu sein, der, von Friedrichs Vater infolge theologischer Hetzereien aus Halle vertrieben, sich in Marburg befand, und den er nun nach Berlin rief. Aber Wolfs fürchtete, durch seine Erfahrungen mit dem Berliner Hofe mißtrauisch gemacht, eine Erniedrigung der freien Wissenschaft und folgte dem Ruse nicht. Dagegen kam der Schweizer Euler, schon damals ein berühmter Mathematiker, und der Themiker Pott nach Berlin.
Durch die Kriegszeiten bald nach Friedrichs Thronbesteigung wurde jedoch die Neugründung der Sozietät erheblich verzögert, und es herrschte eine allgemeine Unzufriedenheit unter den jüngeren Gelehrten mit den Zuständen derselben. Freudig wurde es deshalb in allen wissenschaftlich interessierten Kreisen begrüßt, als > 747 , der Staatsminister von Borcke und der Generalfeldmarschall Samuel Graf von Schmettau, ein hochbegabter, aber unsteter Kriegsmann, der in den verschiedensten Heeren gedient hatte, zusammentraten und die „8oeiöb6 Ilttevairo" gründeten, der bald die bedeutendsten Mitglieder der alten Sozietät angehörten und die, gefährlicher als jene Gesellschaft der Alethophilen, stillschweigend als die von Friedrich geplante neue Akademie betrachtet wurde. Sie bevorzugte durchaus die französische Bildung, die Sprache der Verhandlungen wie der Statuten war französisch, und sie hat in ihren Sitzungen auch