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Autoemanzipation : Mahnruf an seine Stammesgenossen von einem russischen Juden / Leo Pinsker. Mit einem Vorw. v. M. T. Schnirer
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grüssen würden, dass einem derartigen heiligen Zwecke die reichsten Spenden zufliessen würden.

In der jedem Käufer ausgelieferten, auf Namen ausgestellten, vom Direktorium und der Gesellschaft unterschriebenen Eigen­tumsurkunde würde genau die auf der Generalkarte befindliche Nummer ‚des. Lots angegeben werden, so dass jeder klar ersehen könnte, wo sein angekauftes, ihm allein gehörendes Stückchen Erde Acker oder Bauplatz- sich befindet.

Sicherlich würde so mancher Jude, der vielleicht augen­blicklich noch durch einen wenig beneidenswerten Erwerbszweig an die alte Heimat gefesselt ist, mit Freuden die Gelegenheit ergreifen, um für sich und seine Kinder durch eine solche Ur­kunde einen Anker in der Not zu schaffen und jenen traurigen Erfahrungen aus dem Wege zu gehen, an denen die jüngste Vergangenheit so reich ist.

Derjenige Teil des Territoriums, welcher dem Direktorium auf Grund der erwähnten Nationalsubskription und. des zu er­wartenden. finanziellen Gewinnes zur unentgeltlichen Verteilung zufiele, wäre an mittellose, aber arbeitsfähige Emigranten abzu­geben, welche durch örtliche Komitees zur Berücksichtigung em­pfohlen wären.

Wie ‚die. Spenden der Nationalsubskription nicht mit einem Male, sondern etwa in jährlichen Raten einzulaufen hätten, so müsste. auch die Ansiedelung allmählich und in einer gewissen Ordnung vor sich gehen.

Würde die Expertise ihr Gutachten zu Gunsten Palästinas oder Syriens abgeben, so dürfte diese Entscheidung auf der Voraussetzung beruhen, dass das Land durch Arbeit und Fleiss mit der Zeit in ein recht produktives verwandelt werden könne. In diesem Falle würde dort Grund. und Boden in Zukunft im Preise steigen.

Wird aber das Urteil der Berufenen zu Gunsten Nord­ amerikas ausfallen, so müssen wir uns beeilen. Wenn man be­denkt, dass in den Vereinigten Staaten Nordamerikas in den letzten 38 Jahren die Bevölkerungszahl von 17 Millionen auf 50 Millionen gestiegen ist, und das der Zuwachs der Bevölkerung in. den nächsten 40 Jahren wahrscheinlich in demselben Ver­hältnisse fortdauern wird, so sieht man wohl ein, dass augen­blickliches Handeln notwendig sei, wenn wir uns nicht für immer die Möglichkeit verschliessen wollen, in der neuen Welt ein sichres Asyl für unsere unglücklichen Brüder zu gründen.

Dass der Ankauf von Ländereien in Amerika bei dem

raschen Aufschwunge dieses Landes kein gewagtes Unternehmen, sondern vielmehr ein lohnendes Geschäft sein würde, muss