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auch was an liegenden Gruͤnden zu vermachen und folgen zu laſſen, haben darauf die Viſitatores gemeltes Kloſter in ihre fernere Beſtellung genommen und ſoll und will der Prior daraus haben die zwei Pferde, zwei Kuͤhe und den Hausrath an Betten und zinnerm Gefaͤß, daruͤber auch den einen Land— garten, ungeferlich 18 Schock wuͤrdig, alles erblich, aber da— gegen das Kloſter ſammt allen beweglichen und unbeweglichen Gütern gänzlich erlaſſen. Das zu Urkund haben die Viſitatores ihr Pitſchaft zu Ende dieſer Schrift gedruckt. Dienſtags nach Assumptionis Mariae 1540. Die Verkaufsurkunde des Kurfuͤrſten fängt an:„Wir Joachim ect, bekennen: Nachdem das Kloſter der Marienknechte zu Altlandsberg von Ordens: perſonen vorledigt und ſonſt an Gebaͤuden auch deſolirt und vers wuͤſtet, und dann daſſelbige etliche geringe liegende Gruͤnde an Aeckern, Wieſen und Gaͤrten fuͤr und an Landsberg gelegen, das von hernach geſagt, gehabt u. ſ. w.“ Dieſe Urkunde und be— ſonders das Inventarium des Kloſters, das der Magiſtrat den Viſitatoren nach Berlin einſenden mußte und das in den Viſita— tionsreceß aufgenommen iſt, zeigt von der großen Armuth des Kloſters, das gewiß zu den duͤrftigſten der Mark gehoͤrte.
Zu Ende des Monats Auguſt 1540) kamen die Viſitatoren nach Frankfurt a. d. O. und traten mit dem Rathe der Stadt und den Deputirten der Univerſitaͤt zur gemeinſamen Berathung und Ordnung der kirchlichen Verhaͤltniſſe und zur Verbeſſerung der Univerſitaͤt zuſammen. Seitens der Stadt waren bei den Berathungen die Buͤrgermeiſter Peter von Petersdorf und Nikkel Kuhne, von der Buͤrgerſchaft Klaus Wins und Martin Knobloch, von der Geiſtlichkeit Johannes Ludecus und Sebaſtian
] Ulrich zugegen. Auch die Landſtaͤnde hatten zu der Viſitation
zwei Deputirte geſandt, Hans Wolff zu Steinhoͤfel und Franz
*) Wohlbrück in feiner Geſchichte des ehemaligen Bisthums Lebus (II. 301.), und Andere behaupten, die kurfürſtlichen Viſitatoren ſeien erſt im Jahre 1541 nach Frankfurt a. d. O. gekommen: die von denſelben ge führten Tagebücher(Copialbücher) aber zeigen, das ſie ſchon gegen das Ende des Auguſt 1540 nach Frankfurt kamen, und daſelbſt während des ganzen Septembers verweilten.