Vollendung der Reformation in der Mark.
Es iſt eine ſchwierige Aufgabe fuͤr den Menſchen, ſtets ein würdiges und feinem Charakter wie feinen Verhaͤltniſſen gemaßes Verhalten zu behaupten, und zwar iſt dieſe Schwierigkeit um ſo größer, in je höheren Kreiſen politiſcher Bedeutſamkeit der Menſch lebt. Am meiſten aber wird der Beherrſcher eines Staates die Groͤße dieſer Aufgabe anzuerkennen haben, da es ſich bei ſeiner Wirkſamkeit nicht blos um ſein eigenes Intereſſe handelt, auch« nicht blos um die Intereſſen ſeines Volkes und Landes im Allgemeinen, ſondern weil er das Wohl des Ganzen zu befördern hat, ohne die Rechte des Einzelnen zu verletzen, ohne gegen ans dere Staaten ungerecht und eigenſuͤchtig zu fein. Es liegt in der Natur des Staates, ja es iſt ſein innerſtes Beduͤrfniß wie ſein heiligſtes Recht, daß in ihm jedem Einzelnen in ſeiner Art Geltung gewährt werde; aber eben fo ſehr iſt der Anſpruch zu machen, daß dieſe Freiheit, ja dieſe Willkuͤr des Individuums nie die Harmonie des Ganzen ſtoͤre, daß das Allgemeine in feis ner Fortentwickelung nicht gehemmt werde durch die ſubjectiven Beſtrebungen des Einzelnen, daß die Vortheile des Staates ſich
auch als Gewinn fuͤr die ganze Menſchheit hervorſtellen. Dieſen
ze Anforderungen iſt von Seiten des Fuͤrſten häufig aber um ſo ſchwe 1
erer zu genuͤgen, da er es zugleich mit dem Unverſtande oder dem boͤſen Willen einzel
ier feiner Unterthanen zu thun hat, die
wegen der Niedrigkeit ihres Standpunktes die Sache nicht uͤber