Einführung der Reformation in der Mark durch Joachim II. und Johann V.
Es iſt eine fuͤr das Wachsthum und die Wohlfahrt Branden— burgs und Preußens hoͤchſt bedeutſame Eigenthuͤmlichkeit der Fuͤr— ſten aus dem Hauſe Hohenzollern, bei aller Anhaͤnglichkeit an das Beſtehende, bei aller Vorliebe fuͤr das durch lange Dauer Bewaͤhrte, durch das Herkommen Geheiligte, doch ſtets mit der Bildung des Zeitalters fortzuſchreiten, klar und beſonnen die Aufgaben der Zeit zu erkennen, muthig und energiſch der Loͤſung derſelben ihre Kraft, ihr Leben zu widmen und ſo zur Erhebung ihrer Zeitgenoſſen in eine neue beſſere Lebensſphaͤre reichlich bei— zutragen. War jener gute Geiſt des Hohenzollernſchen Geſchlechts in Joachim J. weniger kraͤftig und offenbar als in deſſen Bor: gaͤngern und Nachfolgern im Betreff der kirchlichen Entwicklung, welche damals alle uͤbrigen Zeitintereſſen verſchlang, hervorgetre— ten, ſo war er doch zu ſehr Eigenthum des ganzen Geſchlechts, als daß er nicht in den Söhnen dieſes in anderer Beziehung ſo großartig fortſchreitenden Fuͤrſten ſich wieder und zwar um ſo maͤchtiger und ſegensreicher hätte geltend machen muͤſſen. Joa— chim II. und Johann bewieſen dies gleich vom Anfang ihrer Re— gierung an, und wenn auch jener einige Zeit noch den veralteten und hinter den Fortſchritten der Zeit zuruͤckbleibenden Beſtrebungen zugethan ſchien, ſo war dies doch nur aͤußerlich und durch ſeine politiſche Stellung als unbedingt nothwendig geboten. Beide hatten, wie es ſich von der Neigung des Vaters fuͤr Kuͤnſte und Wiſſenſchaften erwarten ließ, eine wiſſenſchaftliche Erziehung ge