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Geschichte der Reformation in der Mark Brandenburg / Adolph Müller
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gebracht und die Einkuͤnfte theils dieſem, theils der Petrikirche zugewendet. Die Kirchen ſind jetzt zerfallen, und es findet ſich uͤber ſie keine weitere Nachricht. Das Beguinenhaus bei dem Kloſter iſt ſeiner urſpruͤnglichen Beſtimmung gemaͤß noch jetzt ein Armenhaus. Der in der Stadt befindlich geweſene Kalandshof iſt 1548 von dem Kurfuͤrſten dem Magiſtrate daſelbſt, deſſen Guͤter aber dem Dome zu Berlin zugeeignet worden.

Ueber die Kirchenverbeſſerung in Werben ſind nur wenig Nachrichten vorhanden. Die Pfarrkirche, die Johannes dem Taͤufer gewidmet geweſen und zur Zeit der Reformation ſieben Altaͤre beſaß, hatte ſeit uralter Zeit zum Patron den in Werben anſaͤßigen Comthur des Johanniterordens, 1542 aber mußte die­ſer das Patronatsrecht auf des Kurfuͤrſten Anordnung dem Ma giſtrate abtreten, weil er ſeines Vortheils halber einen unbrauch­baren Pfarrer und zum Caplan einen Kuͤſter angeſtellt und mit geringerer Beſoldung verſehen hatte, als durch die Viſitatoren beſtimmt geweſen war. Dieſer Comthur hieß Thomas Runge. Als erſter evangeliſcher Pfarrer und Superintendent wird 1539 Auguſtin Bringmann angefuͤhrt, der aber 1546 gewiſſer Lehrſaͤtze wegen aus dem Amte entfernt wurde. An ſeine Stelle trat Johann Ulrich, der 1548 farb und Ambroſius Barth bis 1588 zum Nachfolger hatte. Als erſter Diakonus wird 1546 Lorenz Paſche genannt, der 1548 nach Wilsnack berufen ward. Die Komthurei des Johanniterordens, die vom Heermeiſter zu Son: nenburg abhing, beſtand unter geringen Beſchraͤnkungen nach der Reformation fort. In der Stadt befand ſich noch die Ka pelle zum h. Geiſt, und vor dem Thore die Hospitaͤler des heil. Georg und h. Gertraud, jedes mit einer Kapelle. Die beiden letzteren ſind theils im dreißigjaͤhrigen Kriege, theils bei einem Elbdurchbruch verwuͤſtet worden, die erſtere iſt allmaͤhlig ver; fallen.

Im Betreff der Einführung der Reformation in Garde: legen finden ſich folgende Nachrichten: 1531 gerieth die Nicolai­kirche in Brand, und obwohl ein Theil der Kirche Hätte gerettet werden können, fo hinderten es doch die Pfaffen und Mönche, weil fie eine Veraͤnderung vorherſahen und die Kirche lieber in Aſche als im Beſitz der lutheriſchen Geiſtlichen wiſſen wollten.