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Die Anschauungen Friedrichs des Grossen vom Festungskriege vor Ausbruch des Siebenjährigen Krieges : Zum Friedrichstage ; nach Vorarbeiten der kriegsgeschichtlichen Abtheilung II und Akten des Kriegs-Archivs / bearb. von [Max] v. Duvernoy
Entstehung
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Gegen Ueberraſchung durch Handſtreich ſollte die Umgegend häufig, insbeſondere während der Nacht, von Patrouillen durchſtreift, an Markttagen die Wachen verdoppelt, auch alle in die Feſtung kommenden Fremden unterſucht und examinirt und vor Einbruch der Nacht wieder hinaus­geſchafft werden. Im Winter ſollte der Kommandant die naſſen Gräben fleißig auſeiſen, die Wälle dagegen mit Waſſer begießen laſſen, damit fie glatt und unbeſteigbar werden. Außerhalb der Feſtung ſollten bei Nacht kleine Infanteriepoſten in Häuſer gelegt werden, die einen etwaigen feindlichen An­marſch durch ihr Feuer meldeten. Außer den Poſten auf den Wällen ſollten in die Kaponieren der einſpringenden Winkel des gedeckten Weges Poſten von 12 Mann gelegt werden,welches vor surprisen decket und die Garnison nicht fatiguiret. EineReſerve mußte innerhalb der Feſtung bei Nacht in Bereuſchaft fein,

Sobald die Armirung befohlen war, ſollte die Feſtung in voll­ſtändige Kriegsbereitſchaft treten. Die Vorbereitungen hierzu erſtreckten ſich auf die Einrichtung der Wälle und Kaſematten für Geſchütz und Gewehr, Bereimſtellung und Sicherung der Munition, Herſtellung etwa noch nicht vor handener Deckungen für Mannſchaften und Geräth ſowie der völligen Sturm­freiheit durch Palliſadirungen, Anſtauung der Gräben und der Inundation des Vorgeländes, auf den Bau zahlreicher Prahme zum Ueberſetzen nach dem gedeckten Weg bei naſſen Gräben, Vervollſtändigung der Sicherung aller Ein­gänge und Freimachen des Schußfeldes, auf die Herſtellung geſicherter Unterkunfts­räume für die Beſatzung im Innern der Feſtung, ſoweit ſie noch nicht vorhanden waren und auf Vorlehrungen gegen Feuersgefahr, endlich auf Beitreibung der in den umliegenden Dörfern befindlichen Vorräthe an Vieh, Fleiſch, Hülſen­früchten, Bier, Branntwein, Tabak, Malz, Getreide und Futter. Hierfür mußten den Bürgern und Bauern Quittungen ausgeſtellt werden, dieſtatt Contribution von den Kammern ſollen angenommen werden. Den Ein­wohnern war aufzugeben, ſich für 6 Monate mit Lebensmitteln zu verſehen, für ebenſo lange,lieber auf längere, Zeit hatte der Kommandant ſich für die Beſatzung vorzuſehen. Das Schlachtwieh war fo lange als möglich mit dem von den Wällen gewonnenen Gras und Heu zu füttern, war dies nicht mehr ausführbar, ſo ſollte alles Vieh geſchlachtet und das Fleiſch eingeſalzen werden, daher hatte der Kommandant ſich vor der Einſchließung mit ge­nügendem Salzvorrath aus dem nächſten Salzmagazin zu verſorgen. Es wird Sparſamkeit mit den Lebensmitteln und ſtrenge Kontrole über ihre Aus­gabe anbefohlen. Wenn es dem Kommandanten im Laufe der Belagerung an

auch von demſelben Tage datirt, wie dieſe; die für Neiße vom 13. Februar 1751 befindet ſich abſchriftlich im Kriegs-Archiv des Großen Generalſtabes und iſt meines Wiſſens nicht abgedruckt, die für Schweidnitz, vom 4. Juli 1756, gleichlautend mit der für Koſel, abgeſehen von Einzelheiten, die ſich auf örtliche Verhältniſſe beziehen, iſt abgedruckt in

Polit. Korreſp. XIII, Nr. 7651.