Druckschrift 
Die Anschauungen Friedrichs des Grossen vom Festungskriege vor Ausbruch des Siebenjährigen Krieges : Zum Friedrichstage ; nach Vorarbeiten der kriegsgeschichtlichen Abtheilung II und Akten des Kriegs-Archivs / bearb. von [Max] v. Duvernoy
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen

ng

Rontre­borden

-

zündet

d für

ch

Festung

née

Les ouvrages ne sont point minés, et quoiqu'elle ne manque ni de munitions de guerre, ni de canons pour sa défense, elle ne soutien­drait pas longtemps un siège de la façon qu'on les fait aujourd'hui, surtout depuis que ce ne sont plus les ouvrages, mais les mines qui défendent les places..." Bei der Belagerung von Schweidnitz 1762 unter Tauenzien, bei der Major Lefebvre die Angriffsarbeiten leitete, wurden die globes de compression mit gutem Erfolg angewendet.

Die vorstehende Darstellung wird zur Genüge gezeigt haben, wie ein­gehend sich König Friedrich mit dem Festungskriege beschäftigt hat, und daß er auch auf diesem Gebiete, wie bei Allem, was er betrieb, in das innerste Wesen der Sache eingedrungen ist. Die Ergebnissse seiner Thätigkeit lassen sich in folgende Sätze zusammenfassen:

Er hat dem Festungsfriege wieder die Stellung angewiesen, die ihm gebührt, eines der Hülfsmittel des Krieges zur Erreichung seiner Ziele zu sein. Friedrichs Vorgänger und Zeitgenossen sahen in ihm nur zu oft den Hauptzweck des Krieges.

Durch ihn wurde die Befestigungskunst wieder zu dem, was sie sein soll: die künstliche Nachhülfe im Gelände, das sie für die Zwede der Taktik umzuformen hat.

Er hat den Festungsangriff energischer zu gestalten gesucht, indem er das offensive Verfahren dadurch schärfer betonte, daß er auch noch während der Durchführung des förmlichen Angriffes die Wegnahme der Festung durch Ueberraschung und gleichzeitige Demonsiration nicht für ausgeschlossen hält, außerdem auch den Entsatzversuch offensiv abwehren will. Durch Verzicht auf die Kontra- und Cinkumvallationslinien verein­fachte er die Erdarbeiten wesentlich und fürzte dadurch das ganze Angriffs­verfahren ab.

Er hob die Festungsvertheidigung zu bedeutend gesteigerter Thatkraft durch die Forderung, daß der Angreifer fortgesetzt zu beunruhigen sei. Wenn er der Neigung zu planlos unternommenen großen Ausfällen steuerte, so schränkte er damit die offensive Vertheidigung feineswegs ein, denn auch er verlangte große Ausfälle in bestimmten entscheidenden Augen­blicken und erleichterte ihre Ausführung wesentlich durch seine technischen Anordnungen für ihre gesicherte Vorbereitung. Durch den Bau mehrerer Abschnitte endlich forderte er das wiederholte Standhalten an jedem dieser Abschnitte und gestaltete damit die Vertheidigung viel zäher und nachhaltiger als bisher.