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Olmütz erobert, während feine Verbündeten Prag genommen hatten. Der König hatte alſo das ausgeführt, was er in ſeinem Plan vom 4. Juli 1741 für den Fall ausgeſprochen hatte, daß Neipperg mit ſeinem Heere Schleſien räume. Jetzt erſucht der König am 23. Dezember 1741 den Marſchall Belle Isle um Mittheilung über die Franzöſiſchen Abſichten für den nächſten Sommer und erklärt ſich bereit, weiter in Mähren vorzurücken. Er nimmt ſomit den leitenden Gedanken wieder auf in der Vorausſetzung, daß die Franzoſen , durch ihre Mißerfolge belehrt, wieder an die Donau zurückkehren würden.
Die Lage der Verbündeten war, als dieſer Brief des Königs in Prag ankam, wo ſich der Kurfürſt von Bayern , Belle⸗Isle und Schmettau befanden, eine höchſt mißliche. Die Oberleitung hatte die Kräfte ſehr zerſplittert. Der Haupttheil des Franzöſiſch⸗Bayeriſchen Heeres ſtand bei Piſek unter dem Marſchall Broglie, die Sachſen bei Deutſchbrod , eine dritte FranzöſiſchBayeriſche Gruppe war in Linz und wurde daſelbſt von den Oeſterreichern unter Khevenhüller belagert, deren Hauptarmee Neipperg nach Budweis geführt, die ſich alſo zwiſchen die getrennten Heeresabtheilungen der Gegner hineingeſchoben hatte.
In der That antwortet Belle⸗Isle, auf die Gedanken des Königs ein—gehend, daß es Sache der Franzoſen und Bayern wäre, den Feind vor ſich herzujagen, nördlich oder ſüdlich der Donau , bis man in die gleiche Höhe mit den Preußiſchen Truppen gekommen ſei,„dann müſſen wir den Fluß überbrücken und auf beiden Seiten nach Wien marſchiren“.
Um dieſe Bewegungen, welche alſo im Frühjahr, im nächſten Feldzug, ſtattfinden ſollten, zu erleichtern, ſchlagen Belle⸗Isle, der Kurfürſt und auch Schmettau dem Könige vor, die Winterquartiere ſeiner Armee von Olmütz bis zur Iglawa in die Linie Trebitſch— Unter-Wiſternitz vorzuſchieben und die Verbindung mit den Sachſen , welche von Deutſchbrod nach Iglau rücken ſollten, aufzunehmen. Durch dies Verſchieben der Quartiere hoffte man die Oeſterreicher zu veranlaſſen, ſchon jetzt im Winter Budweis zu räumen und hinter die Donau zurückzugehen, da ihre Verbindung mit Wien bedroht wäre. Die einzige Gefahr ſei, ſo führt Schmettau in ſeiner Denkſchrift aus, daß die Deſterreicher rechts abmarſchirten und über Wittingau und Neuhaus die Sachſen angriffen.
Friedrich geht mit Begeiſterung auf die Vorſchläge ein; die Ausſicht auf eine Schlacht an den Grenzen Mährens war für den kühnen König viel zu verlockend, um nicht an dieſer Stelle das Kommando zu fordern. Vier Tage nach Empfang der Briefe, am 19. Januar, iſt er in Dresden , wo ihm der Oberbefehl über die Sachſen übertragen wird; an ſeinem Geburtstage haben wir ihn auf dem Ritte nach Glatz getroffen, von da geht's über Olmütz zur Armee und mit dieſer, 15 000 Mann ſtark, auf den verſchneiten Gebirgswegen Mährens von Wiſchau über Groß⸗Biteſch, wo die Vereinigung mit den Sachſen hergeſtellt wird, nach Iglau , und am 20. Februar ſteht die