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erſteren wird von Frankreich als Grundbedingung für den Abſchluß eines Bündniſſes gefordert, daß es die Oeſterreicher bei Freiburg angreife. Von demſelben Gedanken geht auch die militäriſche Denkſchrift“) aus, von welcher leider nur der erſte Bogen erhalten iſt. Er trägt die Ueberſchrift„Projekt über den Feldzug in Böhmen für alle Fälle, welche eintreten können“ und behandelt zwei Fälle, nämlich erſtens, daß die Oeſterreicher, durch den Franzöſiſchen Angriff bewogen, auf Freiburg gehen und nur eine ſchwächere Armee in Böhmen, etwa bei Pilſen, zurücklaſſen und zweitens, daß die Deſterreichiſche Hauptarmee trotz des Franzbſiſchen Angriffs auf Freiburg in Bayern verbleibt.
Uns intereſſirt heute nur der erſte Fall, denn der zweite behandelt eine Sachlage, die nicht eingetreten iſt. In dieſem erſten Falle alſo, wenn die Deſterreicher an den Rhein rücken, will der König ſeine Armee bei Zittau konzentriren, über Melnik auf Prag marſchiren, wo er die ſchwächere Oeſterreichiſche Armee zu finden hofft. Dieſe will er dann in Prag einſchließen und die Feſtung erobern, worauf er vierzehn Tage rechnet. Alsdann ſoll die Armee nach Budweis marſchiren, durch deſſen Beſitz ſie ſich die Verbindung mit dem Donauthale öffnet. Die große Oeſterreichiſche Armee würde während deſſen von Freiburg her nach Böhmen heranrücken, und ſobald ſie Bayern geräumt habe, ſoll dieſes von den Truppen des Kaiſers Karl Albert wiedergenommen werden. Der König ſelbſt will die Oeſterreichiſche Hauptarmee in Böhmen erwarten und hofft anf eine Schlacht,“) über deren Ausgang er nicht im Zweifel iſt. Alsdann, rechnet der König, ſei, da er vor dem 1. Auguſt aus politiſchen Gründen ſeine Operationen nicht eröffnen könne, der Sommer verſtrichen. Die Armee ſoll deshalb in Südböhmen Winterquartiere beziehen und im nächſten Jahre, wie es wörtlich heißt,„mit den Kaiſerlichen nach Wien zu marſchiren und Oeſterreich den Fuß auf die Kehle ſetzen“.
In keiner anderen Quelle hat die Niederwerfungsſtrategie Friedrichs des Großen einen ſo ſcharfen Ausdruck gefunden, wie in dieſer einſt geheimen Staatsſchrift. Vernichtung des feindlichen Hauptheeres durch die Schlacht und Eroberung der Hauptſtadt iſt der unzweifelhaft und klar ausgedrückte Grundgedanke.
Von dieſem Plane haben wir noch eine andere Faſſung, in welcher er ſechs Wochen ſpäter nach Verſailles geſchickt wurde. Dieſelbe unterſcheidet ſich von der erſteren nur in Nebendingen, iſt jedoch inſofern intereſſant, als Friedrich
*) Dieſelbe iſt in der Politiſchen Correſpondenz Bd. Ul, als zunächſt chronologiſch unbeſtimmbar, unter Nr. 1437 eingereiht. Mein verehrter Herr Kollege an der KriegsAkademie, Profeſſor Dr. Koſer hatte die große Güte, ſich auf meine Bitte der Mühe der Datirung zu unterziehen, und hat aus formellen und inneren Gründen feſtgeſtellt, daß dieſelbe die militäriſche Ergänzung der am 30. März niedergeſchriebenen„ Reflexions“, Pol. Corr. III. Nr. 1368, bildet.
**) Der Wortlaut iſt:„nous devons faire ce que nous pouvons pour les eombattre, afin de décider promptement l'affaire et les recogner dans la Basse Autriche“,