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loswetterte; der Anführer der Schar zeigte ihm lachend den Ablaßbrief, den Tezel selbst ihm verkauft hatte, und sagte, das sei eben die zukünftige Sünde gewesen, für die er schon im voraus hätte Vergebung erlangen wollen. Es war nämlich der Anführer kein anderer, als unser Junker von Hake. Nun wurden, nachdem die Knechte überwältigt waren, Kisten und Kasten aufgeschlagen und Tezel das sündhaft zusammengebrachte Geld abgenommen. Der größte der Kasten, mit großen Eisenbanden beschlagen, kam dann nach Jüterbog, wo er noch heute hinter dem Altar der Nikolaikirche steht. Die Gegend aber soll von dem Überfall, und weil einige Knechte dabei ums Leben gekommen, den Namen der Mordberge empfangen haben, obgleich andere meinen, mit diesem Namen belege man auch sonst in der Mark solche Sandberge.
Wilhelm Schwartz
(Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg).
23. Wie die Trebbiner zu ihrem Wappen gekommen sind.
Joachim II. hatte einst die Trebbiner Ratsmaunen, zu denen auch der wohlbekannte Hans Clauert, der märkische Eulenspiegel, gehörte, nach der Heide bestellt, um in Gemeinschaft mit ihnen den Umfang des Stadtforsts festzustellen. Diese leisteten der Aufforderung Folge, verweilten aber im Kruge des Dorfes Neuendorf, durch das sie der Weg nach dem Walde führte, beim Dam- spiel, zu dem Clauert sie veranlaßt hatte, so lange, daß sie den festgesetzten Termin nicht einhielten. Der Kurfürst empfing die Trebbiner sehr unwillig und erklärte, sie ganz leer ausgehen lassen zu wollen. Da trat Clauert vor und bat Joachim, ihnen so viel an Heide zu überweisen, als sich mit einer Hand voll Werg umspinnen ließe. Der Kurfürst lachte über den Einfall und sagte zu. Dadurch erlangten die Trebbiner mehr Wald als sie vorher besessen hatten. Zum Andenken an die Begebenheit wurde das Dambrett in das Stadtwappen ausgenommen. — So führt Trebbin heute noch ein Dambrett im Wappen.
K. Pannier nach Rähse.