Teil eines Werkes 
1 (1912) Sagen
Entstehung
Seite
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46. Schildhorn.

Rauschende Föhren im märkischen Sand, lispelndes Schilfrohr am Havelstrand, aus eurem heimlichen Säuseln klingt, was euch im Mondschein die Nixe singt:

Die graue Sage in Geisterchören.

Lispelndes Schilfrohr, rauschende Föhren! Aus dem Werder tobte die Wendenschlacht. Triglavs Banner trug Jaczko, der Held.

Doch es siegte Markgraf Albrechts Macht,

und das Kreuz, es blieb Sieger im Feld.

Der letzte zu Roß,

in der Hand Triglavs Fahn',

brach grimm durch den Troß

sich der Wendensürst Bahn.

Er floh aus der Schlacht, floh durch Busch und durch Dorn.

Da hetzte das Horn

tausend Krieger zur Jagd,

gleich den Wölfen ihm nach in voller Wut,

und wie Höllengeschrei klang ihr Hussaruf:

Hussa ho! Hussa ho! Bis des Rosses Huf

hielt gebannt an der Havel Flut,

an dem Moor und dem Schilf.

Hilf, Triglav! Zu Hilf!"

Und scharf, blutig scharf trieb der grausame Sporn den Rappen; er warf in die Wogen sich vorn.

Hilf, Triglav! Zu Hilf!

Mein Roß, nun halt' aus!

Mein Rappe, er sinkt!

Weh, Morzana mir winkt!

Ha, du armselig Bild! Es grinst wie Spott mich die Fratze des Triglav an!

O, dann hilf du mir, mächtiger Christengott!

Gott am Kreuze, ich flehe dich an!"-

Von sich warf er das Banner mit letzter Kraft,