Teil eines Werkes 
1 (1912) Sagen
Entstehung
Seite
67
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52. Der arme Schulze von Berlin und der reiche Saldern von der Plattenburg am Fehrbelliner

Das Städtchen Fehrbellin, das durch die nach ihm benannte Schlacht so berühmt geworden ist, hieß früher schlechtweg Bellin. Weil aber dort die Fähre über den Rhin ging, nannte man es mit der Zeit Fährbellin oder Fehrbellin.

Die Unterhaltung des Fährdammes lag früher dem Bischof von Havelberg ob, dem das Ländchen Bellin gehörte. Mit der Zeit war aber diese Verpflichtung zum Teil an die Salderns auf der Plattenburg in der Priegnitz übergegangen. Uber die Veranlassung dazu erzählt die Sage folgendes:

Ein Kurfürst von Brandenburg nach einigen soll es Joachim Friedrich gewesen sein, kam einstmals des Weges. Er hatte sich über den Rhin, wo damals also nur eine Fähre war, setzen lassen und fuhr langsam den eben nicht schönen Knüppeldamm entlang. Da kam ein Wagen mit schnaubenden Rossen daher­gefahren und wollte nicht ausweichen.Wer seid Ihr?" fragte der Kurfürst.Ich bin der reiche Saldern von der Plattenburg", war die Antwort.Wohlan," erwiderte der Kurfürst,ich bin der arme Schulze von Berlin, und wenn du der reiche Saldern bist, so sollst du auch künftig das Holz zu einem bessern Fähr- damm geben." Und so geschah es und ist die Jahrhunderte hin­durch so geblieben.

53. Sage vom treuen Stallmeister Froben.

1. In der berühmten Schlacht bei Fehrbellin am 18. Juni 1675, durch die der Große Kurfürst die Schweden aus der Mark Brandenburg hinausschlug, vereinte er die Pflichten eines Feld­herrn mit denen eines tapfern Kriegsmannes. Unbesorgt um die eigene Person, war er überall, wo die größte Gefahr drohte, und oftmals war er in das tiefste Schlachtgetümmel verwickelt. Er ritt aber an jenem Tage sein Lieblingsroß, einen milchweißen Schimmel, durch den er auch aus der Ferne jedermann leicht kenntlich wurde.

Damm.

Wilhelm Schwartz (Sagen der Mark Brandenburg).

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