Teil eines Werkes 
1 (1912) Sagen
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen

70

Und als er sich jetzt im Sattel besinnt und an das Knäblein rührt, da hängt es noch immer am Koller dicht und lächelt ihn an voll Zuversicht, als grüß' es den Helden der Mark.

Er hebt's in die Luft, und sie salutieren dem Kind, das zum Sieg sie geführt.

Martin Greif.

55. Der Schutzgeist der Hohenzollern.

Die Schweden zu strafen mit starker Hand, der Kurfürst kam ins märkische Land gen Fehrbellin zu heißem Strauß.

In Hakenberg am letzten Haus sitzt vor der Tür ein Kind gar fein, verlassen, mutterseelenallein, die blonden Locken wie pures Gold, das Antlitz wie die Englein hold.

Nach dem Fürsten streckt's den zarten Arm und blickt ihn an und fleht so warm.

Der Kurfürst auf dem Kriegesritt erbarmt sich sein und nimmt es mit.

Du findest wohl einen," denkt er still,

der dir's hernach abnehmen will."

Doch wie er sich dem Schlachtfeld naht, da ist es zu spät, da ist kein Rat; die wilde Schlacht ist längst entbrannt: Vorwärts mit Gott fürs Vaterland!

Die Mörnerschen Reiter jagen daher; da gibt es kein Besinnen mehr.

Bald ist der Kurfürst allen voran und ficht wie jeder Reitersmann.

Rings Eisenschloßen, Hagel und Blei.

Am Feldherrn saust das Wetter vorbei; die Schweden fliehen nach heißem Streit. Hoch Brandenburg für alle Zeit!