80
das Spiel verloren, das Leben verspielt, zu spät zu Kampf und Flucht.
Sie knirschten die Zähne vor Wut und Grimm, vor ihnen hielt Markgraf Joachim:
„Was trieb euch, in dunkler Waldesnacht zu lauern bei Wetter und Wind?
Die Mark ist nicht zur Höhle gemacht für Schelme und Raubgefind'.
Wer Recht will, such' es bei Tagesschein. Frühmorgen sollt ihr gerichtet sein!"
Fedor von Köppen.
62 . Die Wendengötter.
1. Gleich gewalt'gen Grabeshügeln, über die mit sanften Flügeln
schwebt der Sage Duftgestalt, also schau'u die Müggelhöhen schweigend über Land und Seen, schweigend auf den ernsten Wald.
2. Gräber sind's, aus deren Grunde mir zum Ohr dringt seltne Kunde:
Alter Zeiten Göttermacht,
die geblüht im Wendentume, der geopfert man zum Ruhme und Gebete dargebracht;
3. ihre Herrschaft mußte enden.
Es erlosch der Stern der Wenden in dem Geiste neuer Zeit.
Leuchtend, siegreich im Bekehren, wies der Geist der neuen Lehren auf das Kreuz der Christenheit.
4. Friedlich ruhn die dunkeln Berge, drin des Heidentumes Särge,
jetzt im grünenden Gewand.