nehmen, und noch heute trägt der Schloßherr eifrigst für die Erhaltung der zahlreichen, schönen Ringelnattern Sorge, die zur Zeit des Sonnenscheins auf Wegen und Beeten des Schloßparks spielen. August Trinius (Märkische Streifzüge).
78. Die Weiber von Drossen.
Die gute Stadt Drossen war in tausend Ängsten. Der beutegierige und ausschweifende Herzog Hans von Sagau, den sie auch den „bösen Hans" nannten, hatte sie bedroht, weil angeblich einer der Mannen des Herzogs von der Stadt gefangen gehalten wurde. Da aber der Rat von Drossen nicht das geringste von einem solchen Gefangenen wußte, konnte er diesen auch nicht ausliefern und weigerte sich, das verlangte Sühnegeld zu zahlen. Da ritt der Herzog, dem es nur auf einen Borwand zur Plünderung ankam, mit einem Haufen Gewappneter gegen die' Stadt, und so stark war der Anprall, daß der Rat schon alles preisgeben wollte, um nur das nackte Leben zu retten.
Da kam er aber bei den Frauen schön an. Die waren auch zusammengetreten und hatten Beratung gepflogen, und bald eilten alle nach den Stadtmauern, wohin sie große Kessel mit siedendem Brei trugen. „Macht Platz, ihr Männer!" ertönte es aus der Frauen Munde, „wir wollen dem Mordbuben die Hölle heiß machen." Da gossen sie über die Brustwehr derMauer den zischenden Brei, daß er sich wie Lavaströme über die anstürmenden Feinde ergoß. Die flohen alle in wilder Hast und mit schrecklichen Wunden bedeckt auseinander, ohne sich weiter um den Herzog zu kümmern. Auch dieser erhielt seinen Lohn mit einem Kübel voll heißen Breis, daß er querfeldein ritt und nie wieder daran dachte, mit der Stadt Drossen in Fehde zu treten. Von jenem Geschehnis soll aber das alte märkische Sprichwort herrühren: „Der Hans hat sich das Maul verbrannt."
Paul Kunzendorf (Sagen der Provinz Brandenburg.)
79. Der Riese von Züllichau.
Das Stadtwappen von Züllichau zeigt von altersher einen Mesen auf einer Mauer zwischen zwei Türmen sitzend, der zur Wehr eine Lanze in der Hand hält. Dieses Bild ist gestiftet zur