verstummen zu machen. Das sei denn auch geschehen. Wie dem aber auch sei, man hört in der Runde keinen Frosch, so viel es deren dort auch gibt.
Wilhelm Schwartz
(Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg).
81. Der Anker in der Angermünder Kirche.
Alte Leute erzählen, daß einst vor vielen hundert Jahren über der Stadt, die jetzt Angermünde heißt, ein schweres Gewitter tagelang stand und nicht weichen wollte. Endlich kam die Sache den Leuten doch zu sonderbar vor, und der Rat schickte den Türmer auf den Kirchturm hinauf, damit er nachsehe, ob das Gewitter vielleicht an der Kirchturmspitze sich festgehakt hätte und darum nicht weiterziehen könne.
Wer beschreibt nun des Mannes Erstaunen, als er im Schallloch einen Anker sitzen sieht, von dem aus eine schwere eiserne Kette in die Wolken zu einem Schiff hinaufging. Schnell wurde nun die Kette mit einem scharfen Beile gekappt, und von Stund an verzog sich das Gewitter in eine andere Gegend.
Der Anker aber ist zum ewigen Gedächtnis in der Kirche aufgehängt werden, und nach ihm hat die Stadt ihren jetzigen Namen Angermünde erhalten.
Rudolf Schmidt
(Sagen und Geschichten aus Barnim und Uckermark).
82. Der Schäfer vom Döllenkruge.
An der Heerstraße, die von Berlin in nördlicher Richtung nach Prenzlau führt, liegt etwa acht Meilen von Berlin ein einsames Gehöft: der Döllenkrug. Meilenweit erstreckt sich von diesem Gehöft aus hoher Kiefernwald fast nach allen Richtungen hin; nur an vereinzelten Stellen zeigen sich Lichtungen, die mit kleinen Seen oder Morästen ausgefüllt sind. An einem dieser Seen liegt der Döllenkrug und daneben ein Chausseehaus. Unmittelbar hinter diesen Gebäuden liegt der See.
Ein Schäfer pflegte die sparsame Weide, welche die Feuchtigkeit der Seeufer aus sonst trocknem Boden hervorlockte, mit seiner Herde aufzusuchen. Nur gerade in der Mitte des Seeufers wuchs schönes Gras; die beiden lang ausgestreckten Flügel des Sees