Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
1099
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1099 Bierter hei, 1. Abth. Von den Seen der Mark Brandenb. Ill Kap. 110

ungeſtuͤmes, oder wann er klahr iſt, ein ſchůͤ­nes wetter hermuhten. Welches alles auch den vormahligen berühmten RKectorem des Köͤllniſchen Gymnafij, Hrn. Johann Boͤdi­kern bewogen ein beſonderes Poetiſches und Hiſtoriſches Geſpraͤch von dem Miggel­berge unter dem namen Nymphe Mycale aufuſetzen, und Sr. Koͤnigl. Maj. Fridrich l. als damahligem Churprinzen bei gebuhrt dero erſten Prinzen Friderici Auguſti bon dero andern Ir. Gemahlin, Fr. Sophia Schar­lotten zuäͤberreichen: worin nach erzehlung

einiger anmuhtigkeiten der gegend eine Nym­

phe Mykale eingefuͤhret wird, welche ſteben auf der Spree angekommene beruͤhmte ge­lehrte Männer und daſelbſt ſogenannte Hir­ten, als fünf auslaͤndiſche Gryphius, Schot­telius, Riſt, Dach, Franke, und zwei einhei­miſche Lygiſtander, ein Pommer, und Carte rius, ein Maͤrker in beſichtigung des Miggel­berges an einer friſchen grotte oder naturli­chen hoͤle angetroffen, daß ſie ſich auf den linken arm gelehnet, und auf eine alte doch anſehnliche ahrt gekleidet, die haare mit ei­nem kranz gezieret, und unter der rechten hand ein geſchirr von weiſſen marmor bemer­ket, wodurch waſſer aus dem berge in die Miggelſee gerannt. Dieſe haͤtte ſich mit ihnen in ein geſpraͤch eingelaſſen, und ſie nach ihrer grotte in vier prächtige tempel gefuͤh­ret, in deren erſten die aͤlteſten Urheber der

Teutſchen Nation und derſelben Fuͤrſten nach

der ſuͤndfluht Japhet oder Japetus, Gomer, Askenas, oder Tuiskon, Mannus, Suevus u. ſ. w. in dem andern ein Gelto- Scythi­ſcher oder Sueviſcher König Largitaus, und deſſen nachfolgere Coloxais, Scolopitus, Sagillus, auch ferner die beide Brenni, Teu­tobocus, Arioviſtus, Maroboduus&c. in dem dritten, der ganz von ſilber geſchim­mert, hasſilo, der auͤlteſte bekannte Anherr der Graͤfl. und Fuͤrſtl. Zolleriſchen Familie, Danco der IL Rudolph der lll bis auf Con­radum den XIlten in der Familie, und er­{ten Burggrafen zu Nurnberg, und weiter bis auf Fridericum den V. und Johannem den Il. alle Burggrafen zu Nürnberg? in dem vierten ſo von lauter gold geglaͤnzet Fridericus VI. dieſes namens, Burggraf zu Nuͤrnberg und erſter Churfuͤrſt zu Branden­burg, und deſſen Nachkommen bis auf Churf. Friedrich Wilhelmen den Groſſen und nach­mahligen König von Preuſſen, damahligen Churprinzen Friedrich, ſamt Dero Durchl. Herren Bruͤdern und Geſchwiſter vorgeſtel­let worden: daß auch noch viel mehr pfeiler vorhanden geweſen, deren ende und zahl man

zuſehen geweſen, als bereitete

nicht abſehen können, daran auch noch nichts ils ete poſtamenten und haaken, womit man die ſauͤlen, bilder und ſchilde feſt machet, anzuzeigen, daß G9tt dieſes Durchl. Haus bis ans ende der welt erhalten würde, Als fie auch aus dieſem gebaüde wieder unter freien himmel getreten, haͤtte ihnen gedachte Nymphe von ferne ge, gen mittag einen groſſen weiten tempel zwi­ſchen hohen gebuͤrgen liegende gezeiget, mit dem bedeuten, daß ſie daſelbſt auch viel ge­heimnuůſſe und ſchoͤne Heldenbilder ſehen wur. den, und daß darin alle ſchauwuͤrdige dent mahle der Durchl. Markgrafen zu Branden,

burg von der Fraͤnkiſchen Linie vorhanden wa­/

ren: daß auch, hätte fie fortgefahren, unz weit von dem Broöckersherge in einem(chös nen thale zwiſchen den umſchraͤnkenden huͤ­geln gleichfalls vier herrliche tempel nach der laͤnge ie einer ſchoͤner als der ander ſtuͤnden, in welchen gleichfalls alle die Vorfahren des Durchleuchtigſten Hauſes Braunſchweig von Japhet, Gomer, Askenas, Mannus, Suebus, und dann weiter dem Iſtaͤhon, Hermion, Triton, Cheruſcus her bis auf den Durchl. Hrn. Herzog Ernſt Auguſt, und deſſen Herrn Sohn, iezt regierende Chur­fuͤrſtl. Durchl. auch Herrn Bruder Herzog George Wilhelmen zuſehen waͤren; welches alles zulezt mit bielen freudensbezeigungen und wuͤnſchen uͤber beide Durchleuchtigſte Hauͤſer Brandenburg und Braunſchweig/ und Dero bereinigung durch die bermäͤh= lung der Durchl., Sophia Schar­lotten mit Ihro Königl. Maj. als damahli­gen Churprinzen, auch den neugebohrnen Prinz Friedrich Auguſt beſchloſſen worden. Worauf dann die Hirten abſchied genom­men, die Nymphe Mykale ſich auch berloh­ren, und die Poeten wären durch eine elfen­beinerne pforte wieder an dem Miggelſeekommen, und auf ihr ſchif unter allerhand erbaulichen unterredungen und gluͤkwün­ſchungen wiederum in Berlin angelanget, die feierliche anſtalten angeſehen, und mit

pyetiſchen liedern heſungen, und endlich den

beſchluß mit einem wiegenliede für den jun, (gen Prinz gemacht. Welches alles dann dem ſchikſſl dez ned nicht unaͤhnhſch, wel cher vom Virgilius auf gleiche weiſe einge­führet wird, wie er von der Cumaeiſchen Sibylle durch die unterirdiſche gegen den gefuͤhret, von dem ſchikſal feines e ſchlechts unterwieſen, endlich aber au

durch ein elfenbeinernes thor herausgelaſſen worden, unh wiederum zu ſeinem ſchif ge kommen: His