191 Fünfter Then, Il. Buch. V. Kap. Von der Stat Havelberg 192
multis eos praeliis fatigans demum hyeme aſperrima caſtris ſupra glaciem poſitis Cepit urbem, quae dicitur Brennaburg, fame, ferro, frigore. Cumque illa urbe potitus& omni regione: ſigna vertit in Halemenciam.. cumque vicinae gentes a rege Henrico faclae eſſent trihutariae. Abotriti, Vulzi, Hevelli, Dalmanci, Bohemi, Kedarii& pax eſſet. Witickind. IL. I. ap. Meibom. L. J. ſ. 639, vergl. Ditmar. Leibn. L. I. ſ. 316: ſo iſt zweifels ohne auch dieſe gegend und die Stat Havelberg mit unter ſeine botmaͤßigkeit gekommen: iſt auch nicht unwahrſcheinlich, daß er ſeinen maßregeln gemäß hier eben eine Burg ers bauet, und von der Havel den namen gegeben, um dadurch die Slaven im zaum zu halten, ſo wie er den Grafen Bernhard mit einer armee in dieſe gegend geleget, nachdem er die abtruͤnnige Redarier zu paaren getrieben, um ſelbige zubedekken.
Der teutſche namen Wendenberg wird dieſen urſprung nicht wenig beſtaͤtigen, als welcher ohne zweifel dem ort gegeben worden, weil auf demſelben ſich noch Wenden aufgehalten, ihn auch vielleicht zu ihrer vertheidigung gebraucht, da fie von Henrich dem Vogelſt. auch fein uͤberwaͤltiget worden. Wie dann laut der von alters her fortgepflanzten nachricht die einwohner dieſes hergs noch bon den Wenden herſtammen, die auch da ſie ſich endlich zur Chriſtlichen religion gewendet und mit Chriſten vermiſchet, ihren eigenen ort und fiß in der Statkirche, auch zu ihrem begraͤbnuͤ auf dem Kirchhof ihren eigenen platz erhalten, und noch beſitzen. Es
kann auch Karl der Groſſe auf ſeinem zug
nach Pommern zu ſeiner ſicherheit, oder auch wohl den ihm ergebenen Obotriten zum beſten wieder die in Pommern dieſſeit der Oder wohnende Slaven hier etwas veranſtaltet haben. S. J. Th. I K. V.. ſ. 8. 5. Ja wenn man den Teutſchen nas men ſchon zu Ottonis J. zeiten findet, daß er caſtrum und civitatem angezeiget, die doch ſchon eine geraume zeit muͤſſen geſtanden haben: ſo würde man gar auf die zeiten der Wandalier und Sveven, alter Teut{cher Volker ſchlieſſen koͤnnen; wann man nur von der alten damahligen Teutſchen ſprache mehr gewißheit hätte, und verſichert ware, daß dieſe volker ſchon Staͤte und Schloͤſſer gebauet. S. J. Th. All. K. I. 5. ſ. 281 2c.
Il. Die Stat lieget in dem Pago Nieletizi, davon oben J. Th. IV. K. f III. und
Werben wahrgenommen.
zwar am bergt, aber fo, daß fie durch ei nen arm der vorbei flieſſenden Havel hom berge abgeſondert, die gemeinſchaft aber mit dem Dom und den ienſeit des einen Habelarms nordweſtwaͤrts gelegenen Bergen durch die ſogenante lange bruͤkle unterhalten wird.
Die Havel umgiehet alſo die Stat und macht
ſie, wie die Stat Werder zwiſchen Potſtam
und Brandenburg, zu einer inſul, zu welcher
man nicht anders, als durch berſchi zugbrüffen kommen kann,*.. licher laͤnge fein, und den zugang zur Stat bewahren: wannenhero auch dieſelbe als ein paß zu kriegszeiten ein hetraͤchtlicher ort ges weſen, welcher auſſer der nur gedachten nach dem dom führenden langen bruͤlke nicht mehr, als 2 thore hat, das Steinthor und daß Sandowiſchethor. Der Bruͤkken(ein drei: die Sandowiſche Bruͤlke, fo an die 409 fuß lang iſt, weil fie über den ſtaͤrkſten arm der Havel gehet; die Steinbruͤkke, und die Langebruͤkke oder Domhrükke. Vergl. unten V. 5. Beim brunnengraben will man aus der heraus geworfenen, hranderde, ſtuͤllen balken ꝛc. eine dreifache erhoͤhung des boden bemerket haben: woraus dann zumuhtmaſſen ſtehet, daß die Stat ehedem niedriger gelegen, und erhoͤhet worden, wie wir dergleichen bei Seehauſen und Iſt auch daher deſto glaublicher, weil das ebene land an der Havel niedriger, und das waſſer beim austrit der Havel in neuern zeiten zwar über das land, iedoch nicht zur Stat hinan gekommen. Sonſt iſt dieſe kleine inſul dergeſtalt bebauet, daß auch kein hauͤsgen mehr kann angehauet werden, oder man muͤſte auf der niedrigung nach dem waſſer zu bauen, woſelbſt aber die hauͤſſer der uͤberſchwemmung wuͤrden ausgeſetzet ſein.
Die ienſeit des einen Havelſtrohms nord waͤrts gelegene berge ſein als eine vorſtat anzuſehen, und beſtehen theils aus einer einfachen, theils doppelten reihe dichte an einander liegender hauͤſer, welche uͤber eine halbe ſtunde lang iſt und von ſiſchern, fiſchkaufern, flöͤſſern, ſchifferknechten, krumholzhauern, ſtrumpfſtrikkern und andern leuten, ſo eine groſſe anzahl menſchen ausmachen, hewohnet wird, und wohl aus 300 hauͤſern beſtehet. Die berge aber heiſſen. Wendeberg, 2. der Neueberg, 3. der Fiſchlaiferberg, 4. der Bifchofsberg, 5. die Lehmkuhle, 6. der Ziegelberg, 7. der Sperlingsberg, 8. der Schönberg. Der Ziegelberg hat den namen hon der darauf*
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