Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
199
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199 Fünfter Theil, Il. Buch. V. Kap. Von der Stat Havelberg.

her es dann komt, daß dieſe gute Stat ſo wenig urkunden und nichts mehr aus den al­ten zeiten aufzuweiſen hat, als dieienige ſtatuta und gerechtſame, welche die damah­lige Rahtsglieder A. 1630 in einer zuſam­menkunft von dem, was ein ieder noch ge­wuſt, zuſammen gebracht und aufgeſetzet. Dieſes macht auch, daß von alten wohl ver­dienten familien wenig nachricht gegeben wer­

den kann. Doch hat man einen aufſatz der

Burgermeiſter bom borigen jahrhundert und

iſt darunter der erſte George Wetzel, der

‚2 Arend Fritze, der 3 Johann Kurdes, von deſſen freigebigkeit wir oben ſ. 195 eine vorſtellung geſehen. Pantaleon Kruppe iſt zu Hamburg 1637 geſtorben. Niklaus

Dohle iſt 1728 zu Sandow begraben.

Thod. Schröder aus Hamburg, war J. V. D. 1685. Sonſt ſein unter den Burger­meiſtern 2 Jeſſen, 2 Wetzels, 2 Lindenber­ger, 2 Steins, 2 Kurdes, 2 Herwige, 2 Helwige, 2 Hüfifen und 2 des namens Schneider befindlich geweſen. KA. 1717 waren Burgermeiſtere George Schoͤnermark aus Kyritz, wurde 1701 Kaͤmmerer und 1707 Burgermeiſter. S. H K. ſ 179, 5

Joach. Friedr. Schneider aus Havel­berg, wurde 1707 Kaͤmmerer und 1708 Burgermeiſter.( Joh. Friedr. Kruſemgrk aus Kyritz, Kämmerer 1708 Philipp Janigke aus Potſtam Senator 4 Chriſtian Heinr. Geisler aus Ratengu Stat Secretarius 16938..

Die gegenwärtige glieder des Magiſtrats ſein: iI. Hr. Albrecht Chriſtian Friedr. Pez­ke aus Habelberg, Kriegsraht und Director.

2. Hr. Alard Boͤning aus Berlin, Kriegsraht und Proconſul.

3. Hr. Johann Chriſtian Garz aus Werben, Kämmerer und Senator.

4. Hr. Johann Hegenz, aus Kyritz, Senator..

5. Sr. Traugot Lebrecht Hichtel Se cretar. und Senator.

Indeſſen zeiget der beſitz und noch fört­dauernde genuß, daß die Stat eben derglei­chen freiheitsbriefe hon ihren ehemahligen Regenten erhalten, als wir oben bei den meiſten Staͤten geſehen haben, welchen zu­folge E. H. Magiſtrat zuſtehet der Muͤg­genbuſch, ein borwerk eine halbe ſtunde bon der Stat gelegen nehſt einer Schaͤferei, wel­

ne Glien.

200 che in der Statheide ihre weide, den wi| wachs aber unten an der Pape hat. 2 Heide von eichen oben in der höhe: unten in der tiefe aber ienſeit der Havel das Muͤh­lenholz, neben der Elbe der Hroſſe und l Ferner der Dam und Brüß­kenzoll nebſt der Faͤhrgerechtigkeit hei gryſ. ſem waſſer, welcher zwar von ſeiten der Stat Sandow hat eintrag geſchehen wollen: doch hat Havelberg ſich bei ſeinem recht und beſitz erhalten. Eine Ziegelſcheune, deren oben gedacht worden, wozu dann noch

der Rahtskeller und weinſchank, das lager

und Staͤtegeld beim ſchifbau und holzhandel und andere zugaͤnge kommen, auch von der Gerichtbarkeit: geſtalt dann E. H. Magi. ſtrat auch die Ober⸗ und Untergerichte in der Stat und deren gebiete, auch auf der Ha­vel dergeſtalt handhabet, daß, wann auf dem ſtrohm eine gewaltſame entleibung oder ſonſt gewaltthaͤtigkeit borfaͤllet, todte körper darin gefunden werden ꝛc. die Statgerichte die unterſuchung uͤber ſich nehmen. So ſtehet E. H. Magiſtrat auch das Schutz­recht, Kirchenlehn oder ius patronatus über

die Kirche, Schule und andere pia corpo­

ra zu. Welche und dergleichen freiheiten mehr von der Durchlauchtigen Landesherr­ſchaft neuerlicher zeiten erkant und gebilli­get, mithin E. Magiſtrat in deren beſitz und handhahung beſtaͤtiget worden. Bis 1670 hat das Rahthaus neben dem Landesherrlichen zoll auch einen waſſerzoll

auf der Habel gehabt, wie aus den noch

vorhandenen rollen und zollrechnungen zu er­ſehen: gegen der zeit aber hat er wegen ent­ſtandener mishelligkeiten nach und nach aufs gehoͤret, wodurch iedoch das recht nicht auf­gehoben, ſondern ie und zuweilen wieder ge­ſuchet, auch in dem Landesherrlichen re­ceſs hom 8 Marz 1691 von neuem feſtgeſe­Bet und beliebet worden, daß man dieſen Stat waſſerzoll wieder ganghar zumachen ſuchen ſolte..* Es muß aber dagegen auch E. H. Magi­ſtrat zu unterhaltung guter ordnung bei der Stat einen groſſen aufwand thun, und un­ter andern die koſtbaren zugbruͤkken erhalten deren drei ſein, die mehrentheils alle 30 jahr ganz neu erbauet werden muͤſſen; und werden dazu pfaͤhle von zo bis 60 fuß erfo­dert; wiewohl E. Hochw. Domkapitel ver­möge receſs vom 13 Marz 1691. an der domhruͤlke die helfte d. 112 fus auf des Ka­pittels oder der Berger koſten unterhaͤlt.

Die Sandowiſche hrutke ſſt erſt 1750 wien * 9 2