Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
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293 Fünfter Theil, IL Buch. VL. Kap. Von der Stat Witſtok. 294

nen allbereits unter waͤrts liegenden, Niklas Heſſen, welcher den tag darauf davon ge­ſtorben, Hoͤppener ſelbſt auch ſtirbet ſechs monate hernach: die übrigen aber fein unbe­ſchaͤdiget davon gekommen.

Eine Lateiniſche nachricht hiervon, deren verfaſſer man jedoch nicht weis, beſchreibet dieſen unfall mit folgenden worten:

A. 1539. 8 Nov. Nicolaus Tacte, Johan­nes Hefe, Balthaſir Guedeman, Jacobus Hoppener, Johnnner Vogelke& Antonius Beuſt Conſules& Senatores Wirflochienfes a Buſſone ab Alvensleben Epiſcopo Havel­bergenſi de negocio quodam in Arcem arceſſiti cum per pergulam, qua ad Epiſ­copi conclave ſuperius itur ad Eum acce­dere vellent, omnes una cum pergula ve­tuſtate corrupta in aream arcis decide­runt. Etſi autem Jucobus Hoppener arrepta proxima fibula fe aliquamdiu ſuſtentavit, tandem tamen& ipſe delaſſatis manibus delapſus Jhanni Heſſs,(qui Nicolai Ben­zii Avunculi mei ſocer fuit) ſuperincidit eumque corporis ſui pondere ita afflixit ut poſtridie moreretur. Ipſe tamen Hoppene­rus{ex Menſes ſupervixit. Nicolaus Tache, Annas Dieters(quae Uxoris meae Eliſae Cremers matertera major fuit) Maritus poſt paucos dies, nimirum 29 Novembr. ejusdem Menſis obiit. Reliqui Divina pro­tectione incolumes evaſerunt.

A. 1568 fein die einkuͤnfte der Gottes­hauͤſer in eins geſchlagen und in ordnung ge­bracht, zu dem behuf auch die uralte Kapelle ausgebeſſert und gewoͤlbet, auch gewiſſe ein­nehmer und aufſeher daruͤber geſetzet worden.

Wie das Bisthum Havelberg von der Landesherrſchaft eingezogen worden: ſo iſt dieſe Stat auch unter Churfuͤrſtliche ges richtbarkeit gefommen, davon in den Stift­havelberg. Geſch. IV. 5. wird zuleſen fein, Die Biſchoͤfl. domainen machen ietzo das Amt Witſtok aus.

A. 158 if hier der erſte algemeine Kir­chenbeſuch durch Andr. Praetorius, D. Barth. Rademann und M. Joach. Steinbrecher ge­halten worden. Erhard Schmid, Stein» brechers ſchwiegerſohn war Notarius

A. 1548 iſt der lezte Katholiſche Biſchof Buſſo II. von Alvensleben im So jahr feines alters verſtorben.=.

A. 1658.9 Sept. 2 uhr nachmittag iſt Churfuͤrſt Friedrich Wilhelm auf ſeinem marſch nach Schleswig mit einem anſehnli­chen gefolge hier angekommen, unter wel­chen der Fuͤrſt von Anhalt, Graf v. Dona,

V. Theil der Maͤrk. Hiſt.

Freiherr hon Schwerin waren, am folgen­

den ſonntag um 7 uhr aber in geſchwindig­keit wieder fort und zu der armee gegangen. Die bald folgende Kaiſerliche und Polniſche truppen aber haben ſonderlich auf dem lande aͤrger als feindlich gehauſet.

A. 1663, 5 Dec. ſoll es bluht geregnet haben, von welcherlei vorfall im Ill. Th. I. K. XX. J. ſ. 529 2c. gehandelt worden.)

XII. Aus den Kriegesgeſchichten des iedesmahl in dieſer Staͤte hiſtorien beruͤhr­ten Teutſchen krieges wollen wir die kleinen, wiewohl zum theil harte hegebenheiten, ſo ſich bei dieſer Stat nicht weniger als bei an­dern in einem und andern jahre zugetragen, vorbeigehen, den erfolge des Krieges auch und wie ſich die kriegende parteien nach dem Pragiſchen frieden, eines theils die Kaiſerl. und Saͤchſiſche, andern theils die Schwe­diſche in die Maͤrkiſche laͤnder gezogen, den G. L. aus den Geſchichtſchreibern, ſo von die­ſem Kriege geſchrieben, erſehen laſſen, die­ſes orts aber nur die denkwuͤrdige ſchlacht fo A. 1636, 24 Sept, bei dieſer Stat geſche­hen, mit etwas mehren umſtaͤnden anführen, und zwar wie ſie in Witſtok ſelbſt aufgeſchrie­ben und Steins Chronike einverleihet worden, auch damit der beſchreibung in dem Theatro Europaeo L. III. ſ 707. 8, 9 ein mehrers licht geben, zumahlen ohne das einige örter darin eine aͤnderung beduͤrfen, als daß der be­kannte fluß Doſſe die Dorſche, und in dem kupfer der Scharfenberg, Schrelkenberg ge. nannt wird. Den anfang wollen wir davon ma­chen, wie die Kaiſerliche und Saͤchſiſche vereinigte armee hei Perlberg ein feſtes la­ger geſchlagen, der Schwediſche General Feldmarſchal Bannier aber ſich bei Par chim geſetzet, und ſich daſelbſt mit den Wran­geliſchen voͤlkern unter dem Generallieute­nant Vitzthum vereiniget, alſo daß er ſich damahls 9150 mann zupferde, und 7228 zu fus ſtark befunden. Weil ich aber, ſpricht unſer bericht nun weiter, allerhand mangel, und beboraus an lebensmitteln bei ihm eran­get, ſo beſchlos er dem feinde, ungeachtet derſelbe 16000 mann zufuſſe und 14000 pferde ſtark war, entgegen zugehen, ehe er ſich verſtaͤrkte, und ſich lieber tod zufechten, als zuhungern. Ging alſo gerade auf Perla berg zu, und iagte unterwegens 4 regimen­ter feindlicher kuͤraſſirer mit verluſſt 4oo der ihrigen in ihr lager. Es war ihm auch kaum das Kaiſerl. und Saͤchſiſche lager, welches mit ö.. moraſte, vielem gebüůſche, einer

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ſchanze

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