( 2) Jedes Fach gehört zu dem umfassenderen Gebiet der Romanischen Philologie. Von Studenten des einzelnen Faches wird die Kenntnis der Zusammenhänge der jeweiligen Sprache mit dem Lateinischen und mindestens einer weiteren romanischen Sprache gefordert. Für Studierende einer romanischen Sprache im Hauptfach des Magisterstudiengangs darf dies nicht die romanische Sprache sein, die gegebenfalls im Nebenfach studiert wird. Der Nachweis der Lateinkenntnisse ist bis zur Zwischenprüfung zu erbringen. Die Studierenden müssen sich im Laufe des Studiums Lesekenntnisse in einer zweiten( bzw. dritten) romanischen Sprache aneignen( mit Ausnahme des Studiums des Faches im Umfang von 50 SWS Lehramt). Als solche Sprache können an der Universität Potsdam Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch oder Rumänisch gewählt werden. Nachweise über Kenntnisse in anderen romanischen Sprachen werden anerkannt.
( 3) Den einzelnen Bereichen innerhalb der Fächer kommen folgende Aufgaben zu:
Spracherwerb
Der Spracherwerb ist integrierter Bestandteil des Studiums in romanistischen Fächern. Ziel der sprachpraktischen Ausbildung ist die die Entwicklung allgemeiner und fachspezifischer kommunikativer Fertigkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb von Kenntnissen über den Kulturbereich. Dabei soll Sicherheit im mündlichen und schriftlichen Gebrauch und eine in Lautung und Intonation angemessene Aussprache erreicht werden.
Sprachwissenschaft
Mit den Lehrveranstaltungen zur Sprachwissenschaft wird ein Orientierungsrahmen für die wissenschaftliche Untersuchung der romanischen Sprache und ihrer Geschichte gegeben. Die Studierenden erhalten Zugang zum Prozeß linguistischer Wissensbildung und ein Instrumentarium, das sie befähigen soll, sich mit sprachwissenschaftlichen Problemen selbständig auseinanderzusetzen, sich einen wissenschaftlich fundierten Standpunkt zu erarbeiten und sprachwissenschaftliche Theorien und Methoden auf die Gegenwartssprache und die Sprachentwicklung anzuwenden. Die Analyse der romanischen Sprachen und ihrer Texte erfolgt mit Hilfe verschiedener theoretischer Ansätze und Methoden, insbesondere auf den Abstraktionsebenen der Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik, Lexikologie, Textlinguistik und Pragmatik. Ein besonderes Interesse wird Erscheinungen des Sprachwandels gewidmet, der nicht nur als geschichtlicher Prozeß der Veränderung der romanischen Sprachen, sondern auch hinsichtlich solcher Phänomene wie Sprachkontakt, Sprachmischung und Sprachentwicklung untersucht wird.
Literaturwissenschaft
Die literaturwissenschaftliche Ausbildung beinhaltet Lehrveranstaltungen literaturgeschichtlichen, literaturtheoretischen und textanalytischen Charakters. Produk
tions-, Distributions- und Rezeptionsbedingungen von Texten werden für die Zeit vom Mittelalter bis zur Gegenwart als Voraussetzung für eine Literaturgeschichte ermittelt, die Literatur als Kommunikation begreift. Literaturtheorie und Ästhetik werden anhand historischer und gegenwärtiger Konzeptionen vermittelt, die entweder als präskriptive Systeme, etwa in der Form expliziter Poetiken, Programme und Manifeste, Normen für die literarische Produktion setzen oder als deskriptive Systeme Erklärungsmodelle für die literarische Kommunikation und den Aufbau literarischer Werke bereitstellen. Die Analyse von Texten in romanischen Sprachen erfolgt im Hinblick auf Strukturfragen, form-, gattungs- und epochenspezifische Merkmale sowie den jeweiligen soziokulturellen Kontext.
Landeswissenschaften
Die Landeswissenschaften stützen sich auf Erkenntnisse und Theorien aus anderen Disziplinen, z.B. Geschichtsund Sozialwissenschaften, Geographie und Kulturanthropologie und beschäftigen sich mit dem umfassenderen kulturellen Kontext, dem die romanische Sprache angehört. Eine Vertiefung unter ausgewählten philologischen Aspekten erfolgt in der Regel in Seminaren. Landeswissenschaftliche Informationen werden außer in eigenen, nach Möglichkeit interdisziplinären Veranstaltungen, auch im Rahmen literaturwissenschaftlicher, sprachwissenschaftlicher und sprachpraktischer Lehrveranstaltungen vermittelt. Der Erwerb landeswissenschaftlicher Kenntnisse hat für die in der vorliegenden Studienordnung geregelten Fächer einen mehrfachen Stellenwert:
Befähigung zu interkultureller Kommunikation im Zusammenhang mit dem Spracherwerb und der Anwendung der Sprachkenntnisse
Bereitstellung solcher Informationen über den umfassenderen kulturellen Zusammenhang, auf die Linguistik und Literaturwissenschaft für ein angemessenes Verständnis ihrer Gegenstände angewiesen sind Landeswissenschaftliche Fundierung im Hinblick auf die spätere Tätigkeit in der Wissenschaft oder dem gewählten Berufsfeld.
Fachdidaktik
Die Fachdidaktik der französischen, italienischen und spanischen Sprache und Literatur wird in enger Verbindung mit den Inhalten des Faches angeeignet. Aufgabe der Fachdidaktik ist es in vielen Fällen, selbsterfahrene Methoden und Prozesse der Lehrveranstaltungen auf den vorgenannten Gebieten zu explizieren. In angemessener Weise werden theoretische Erkenntnisse über Grundsätze des Fremdsprachenerwerbs vermittelt. Entsprechend den gegebenen Bedingungen sind Berufspraktika und berufsorientierende Phasen in das Studium einzuplanen. Fakultativ werden für Studierende der romanistischen Fächergruppe im Magisterstudiengang auch Lehrveranstaltungen zur Fachdidaktik angeboten, um ihnen gegebenenfalls die Erteilung von Sprachunterricht für
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