Heft 
(1914) 2
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Horste zusammen. Das Nest ist 23 Fuß breit, flach und aus dürrem Holz kunstlos geflochten. In der Regel findet man Ende April die grünspanähnlich gefärbten Eier, 34 Stück, im Horst, die nur von dem Weibchen bebrütet werden. Nach ungefähr 3 Wochen kriechen die Jungen aus, die den Horst erst verlassen, wenn sie wie die Alten fliegen und sich nähren können. Das dauert etwa 4 Wochen. Danach verlassen die Jungen ihre Geburtsgegend. Die Nahrung des Fischreihers besteht aus lebenden Fischen, tote nimmt er nur in äußerster Not. Große Fische weiß er nicht zu verschlingen, von 220 cm Länge sind sie ihm recht. Er sieht im Fluge die besten Fischplätze und weiß seine Beute lautlos im Wasser zu beschleichen. Außerordentlich scheu und mißtrauisch, ist der Reiher schwer zu erlegen. Ist er flügellahm geschossen, sucht er nicht zu entlaufen, sondern setzt sich mit gefährlichen Schnäbelstößen zur Wehr. Sehr merkwürdig ist die große Gewitterfurcht der Reiher, die sie in Possierlichster Weise durch Geschrei und angstvolle Sprünge zum Ausdruck bringen.

Der Fischadler.

(Pandion haliaetus.)

Der Fischadler ist ein sehr weit verbreiteter Vogel. In Deutschland ist er Zugvogel, hier findet man ihn, wenn des Winters Kraft gebrochen ist, an den bewaldeten Ufern größerer Gewässer, dort horstet er in hohen Bäumen, das Nest ist aus trockenen Aesten und Reisern geflochten, in seinem Rande nisten oft kleinere Vögel, mit denen er Freundschaft hält. Sein Gefieder ist braun, die Brust weiß.

Der Fischadler gehört zu den kleinsten Adlerarten, doch klaftert das aus­gewachsene Weibchen, das größer ist als das Männchen, bis zu 187,5 cm und erreicht Wohl eine Länge von 71 cm. Die Nahrung besteht aus Fischen. Das Gelege die Eier sind meist weiß mit rotbraunen Punkten zählt 34 Stück. Das Weibchen brütet allein, während der Adler ihr die Nahrung zuträgt. Die Brutzeit beträgt 21 Tage. Die Jungen werden von beiden Eltern gefüttert. Wer einmal einen solchen Horst gesehen hat, auf dem das Weibchen brütet, über dem der Adler kreist, wird wünschen, daß dies Bild nicht aus unserer Landschaft verschwinde. Bis zum Anfang des vergangenen Jahrhunderts war der Fisch­adler noch äußerst zahlreich in Deutschland. Seither ist er zum seltenen Vogel geworden. Es ist hohe Zeit, daß er allerorten, wo nicht Fischzüchterei be­trieben wird, als Naturdenkmal betrachtet und geschont werde. Hier sei als Merk­würdigkeit erwähnt, daß der Fischadler jung gezähmt, als Helfer bei der Fischerei verwendet werden kann.

Der große Säger.

(Mergus merganser.)

Der große Säger gehört zu den nordischen Vögeln, die auch in Deutsch­land brüten, und zwar ist er hier hauptsächlich in Preußen, Pommern, Mecklen­burg, Schleswig-Holstein und Brandenburg zu Hause. Er gibt dem süßen Wasser den Vorzug vor dem Meere, obwohl man ihn häufig an Küsten und Inseln trifft, doch dringt er von dort durch die Flußmündungen in die Land­seen. In unseren waldreichen Gegenden baut er seine Nester, mit Vorliebe in hohlen Bäumen, oft bis 16 Meter über dem Erdboden. Von den Landleuten wird er deshalb überall Baumente oder Baumgans genannt. Die Nester reichen tief in die Baumhöhlen hinein. Die Weibchen bebrüten die Eier allein. Man findet ihr Gelege vom März bis in den Mai hinein, es besteht aus 12 Eiern und mehr. Sind die Jungen ausgeschlüpft, so werden sie von der Mutter aus dem Nest geworfen oder wenn dieses zu hoch und zu weit vom Wasser entfernt