Heft 
(1914) 5
Seite
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Paul Quente.

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nichts Derartiges, ebenso auch kein Lehmbewurf. Der Gang der Ausgrabung war folgender.

Zuerst wurde sämtliche Erde der Ackerkrume auf die Breite, wie sie der plan zeigt, abgedeckt. Um ein besseres Sichten der dabei gefundenen Scherben zu ermöglichen, teilte ich die abzudeckende Släche in möglichst viele Vierecke ein (auf Abb. 2 durch Punktierung und lateinische Ziffern bezeichnet).

Die Scherben jedes Vierecks kamen in eine Riste für sich. Ls sollte mir später die Bestimmung erleichtern, von welchem Brandplatze der Pflug die Scherben gerissen hatte. Nach dem Abtragen der Ackerkrume ergaben die Brandplätze das Bild, wie es sich in der äußeren Umrahmung auf dem plane ausdrückt.

Es wurde nun weiter die Erde vorsichtig abgeschürft und die Sunde eines jeden Brandplatzes gesondert verpackt. Natürlich wurde auch von jeder Stelle ein (Querschnitt ausgenommen, vie ständig sich verringernde Größe der Brandplätze wurde jedesmal nach 5 ein tieferer Grabung neu aufgemessen.

Alle Gruben zeigten sich mit flach oder leicht rundlich ver­laufendem Boden. Oa während der ganzen Ausgrabung leichtes Regenwetter herrschte, so war an eine photographische Aufnahme nicht zu denken (die Ausgrabung dauerte eine Woche).

vie innere Umrahmung der Brandplätze auf dem plane zeigt den Grundriß der Gruben in 40 oru Tiefe kurz vor dem Ende, vie Ackerkrume hatte eine Stärke von 20 om. Nur bei zwei Brandplätzen, Nr. 2 und 13, fanden sich je etwa 40 höchstens faustgroße, stark mürbe und geschwärzte Steine, vie anderen Brandplätze waren st ein frei. Zwei Brandplätze hatten Gruben, die bis in 75 oiu Tiefe ausgehoben waren, va Wiesenmergel ansteht, so waren ihre Umrisse ziemlich hart und rot gebrannt und zeigten sich sehr deutlich. Diese Gruben, die ich als Rochgruben bezeichnen möchte, enthielten Holzkohle und die Reste der stark gebrannten, zum Teil ver­brannten Rochtöpfe. Sie fanden sich dreimal auf Brandplatz 4 und zweimal auf Brandplatz 5. Auch die Brandplätze 1, 3, 8, 9, 10 und 16 möchte ich für Rochgruben ansehen, trotzdem sich dort keine Scherben, son­dern nur Holzkohle in der im Nlergel eingebrannten Grube befand. Oie letztgenannten Gruben waren aber nur 45 bis 50 orn tief.

Alle andere Brandplätze ohne Scherben möchte ich für einfache Seuer- stellen ansehen. Ihre Tiefe war nur 45 om, und es fand sich sehr viel Holz­kohle (dem Gewebe nach Lirkenkohle) vor.

In der Nlitte von Brandplatz 15 fand sich ein Pfahl von 5 orn Durch­messer eingeschlagen.

Im Querschnitt zeigte es sich, daß er zugespitzt war. Ein zweiter Pfahl von 15 oiu Durchmesser, der etwa 72 om tief in die Erde getrieben war, besaß ebenfalls ein zugespitztes Ende und ist aus dem plane als Pfahl Nr. 1 be­zeichnet. Scherben wiesen nur die Lrandplätze Nr. 2, 4, 5, 7 und 13 auf.