Heft 
(1914) 5
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und wert, Deutsche zu sein und zu bleiben, sind wir wert, das Erbe germanischen Geistes anzutreten? Wir sehen deutsche Arbeit am Werk. Ein alter Mann verwirklicht den Traum von Jahrtausenden, Zeppelin. Deutsche Technik, die ja eine Rechenkunst ist, baut uns Wunderwerke, wie wir sie nie für möglich gehalten haben. Wer die Welt bereist, wird stolz darauf, ein Deutscher zu sein. Ist Wohl manches einzelne im Auslände besser, so gibt es doch kein Land der Welt, wo so viel Tüchtigkeit und Kraft am Werke ist wie bei uns. Gerade bei Wanderungen im « Auslande und dann in der Heimat lernt man erkennen, daß unser Volk berufen ist, die beste Blüte und Frucht des Germanentums zu werden. Wir haben das Germauenerbe angetreten auf allen Gebieten und müssen uns stark machen, es zu erhalten und zu erweitern. Wir haben die stärkste von Landeskindern bemannte Flotte der Welt, und es wäre unmöglich gewesen sie zu schaffen, wenn auch das nicht unser Väter Erbe wäre, das wir angetreten haben. Unsere Land­wirtschaft ist imstande, das Volk zu erhalten in Zeiten der Gefahr, ein großer Vorteil gegen andere Staaten, der uns auch befähigt, frei und stark zu sein gegen Fremdherrschaft. Unser Boden ist fähig, noch mehr hervorzubringen, sodaß wir darin eine große Aufgabe für die Zukunft sehen können. Wir sind ein starkes Volk, aber immerniehr muß die Ueberzeugung in alle Schichten der Bevölkerung dringen, daß wir immer kampfbereiter werden müssen, denn wir Deutsche haben einst den Kampf um die Berechtigung unserer Rasse in wirtschaftlicher und politischer Be­ziehung auszukämpfeu. Verwerflich ist darum jeder Kampf, der unser Bolks- bewnsttsein schwächen kann und uns hindert, alle Kräfte zu entfalten für unser Germanentum und für das Land unserer Väter.

Freilich nur unbewußt legten die damaligen Kämpfe zu Geros Zeit den Grund zum heutigen Deutschen Reiche, sie waren nur auf die Erhaltung des Germanentums gerichtet. Auch die Prignitz trat bald ein in diese Känipfe und wurde z. T. von den Nachkommen der früheren Prignitzer Germanenstämme besiedelt, die auch zu ihrer Väter Heimat in noch innigerem Verhältnis standen als andere Eroberer.

Viele blühende Dörfer wurden im Grenzkampfe zerstört, die Wenden ver­nichtet. Germanische Sprache, germanischer, christlicher Geist herrschte jetzt in unserer Heimat. Welche Dörfer zerstört wurden, welche bestehen blieben, das zu untersuchen wäre eine Aufgabe, wert unseres Heimatmuseums. Von Havelberg aus wurde die Prignitz 946 christianisiert. Havelberg war stets eine wichtige Uebergaugsstelte über die Elbe und ist oft erobert und wieder verloren worden. Gerade dort waren die Kämpfe die blutigsten und erbittertsten. Die Schlachten in der Nähe von Havelberg 113637 haben dann die Kraft der Prignitzer Slawen gebrochen. Ihre Herrscher saßen später aller Wahrscheinlichkeit nach in der Nähe von Repente bei Zechlin unter dem Namen der Herren von Havelberg?) Das Wendentum ging zu Grunde, das Germanentum siegte.

Eine große Aufgabe ist uns, den Nachkommen der Wendenbesieger geworden, und wir sind es ihnen schuldig, diese Aufgabe zu erfüllen, unserm Volkstum zum Siege zu verhelfen. Alle, denen des Vaterlandes Gedeihen am Herzen liegt, sollten zusainmenstehen für unser Volk gegen alles, was uns unser Bolks- bewußtsein nehmen und uns auf den Weg des Internationalen bringen will. Heil unserm Germanentum und allen, die es redlich mit ihm meinen!

Sp.F.

Vorbemerkungen 2 um Verständnis cier Prignitzer funäe aus vorgelcbicbtlicber 2eit.

Im vorstehenden Artikel haben wir gesehen, daß man sogar von Scherben Weltgeschichte ablesen kann. Unser Wendendorf von Dahlhausen zeigt uns solch

*) Opalinsky, Geschichtliches aus der Prignitz. Verlag des Kreisblatles f. d. Ostprignitz.