Heft 
(1914) 5
Seite
343
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4) vie slawische Siedelung bei Dahlhausen i. d. Prignih. Z43

Auf dem Brandplatz 13 fanden sich zwischen den Steinen Zähne und Kieferteile eines Tieres.

Wenn die Bruchstücke zusammengesetzt sind, sollen die Teile zur Be­stimmung der Art fortgeschickt werden. An Geräten fand sich nur ein kleines Eisenmesser und ein zerbrochener Pfriem aus einer Rehkrone hergestellt, vie Scherben weisen in ihren Verzierungen sehr oft die Wellenlinie auf. Vas sonst am meisten vorkommende Grnament sind horizontale Linien. Eine Scherbe von Viereck XXII weist eine Stempelverzierung in Form eines Radkreuzes aus. Tannenzweigähnliches Grnament und auch einfache Ein­drücke kommen vor. Oie Scherben sollen nach der Ausgrabung der gesamten Siedelung zusammenhängend behandelt werden. An Wellenlinienornament kommen sowohl senkrechte als auch wagerechte Richtung vor. Wegen des verhältnismäßig häufigen Auftretens der wagerechten Linien als Grnament halte ich die Siedelung für sehr spät-slawisch. Ich habe von einem bebauten, frühmittelalterlichen Wohnplatze neben der grauen, hartgebrannten Topf­ware des 12.14. Jahrhunderts dieselben horizontalverzierten Scherben, in rötlicher Zarbe erhalten, wie ich sie in der Siedelung fand. Ich halte deshalb die Zeit des 8.11. Jahrhunderts nach Ehr. als die Zeit, der die Siedelung zuzuweisen ist. Wenn die neuen Ausgrabungen nichts anderes ergeben, mutz man die Siedelung als eine nur kurze Zeit bewohnte betrachten. Dann am wahrscheinlichsten als Lagerplatz aus der Zeit der beginnenden Germanen- kämpse des 11. Jahrhunderts. Oie Abbildungen (Taf. XXXIII) bringen Scherben von den Lrandplätzen 2 und 7 und von den Vierecken XXII, XI und XII.