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sich ab- Ihre Liebe zu Eiern und Jungen ist groß, und der sanfte Vogel wird kühn in ihrer Verteidigung. Der Spaziergänger, den sein Weg über einen solchen Brutplatz führt, sieht sich auf einmal von flatternden, schreienden, selbst Schnabelhiebe nach ihm führenden Vögeln umgeben. Wenn er sich aufmerksam umschaut, so erkennt er Wohl an einem dunklen Stein, einem Büschel welken Grases, einem Stückchen angeschwemmten Tang ein an den Boden geschmiegtes Junge im Daunenkleid, das ihn mit runden, starren Augen angstvoll betrachtet. Sonst ist die- Küsten-Seeschwalbe nicht scheu. Neugier- und Geselligkeitstrieb führen sie in die Nähe der Menschen. Den Wattwanderer begleitet ihr durchdringender Ruf „Priehl, Priehl" bei jedem Schritt. Die seltenere Zwerg- Seeschwalbe hat in ihren Lebensgewohnheiten, in ihrem Wesen und in ihrem Aussehen viel Ähnlichkeit mit ihrer größeren Schwester, doch ist sie durch ihre feine, zierliche Gestalt für das Auge noch lieblicher.
Möven und Seeschwalben sind miteinander verwandt, unterscheiden sich aber im Bau und besonders im Schnabel voneinander. Kraftvoll gebogen, fast an Papageienschnäbel erinnernd, sind die Schnäbel der größeren Mövenarten und verraten, daß wir es mit kühnen, starken Räubern zu tun haben. Auch hier unterscheidet man eine große Anzahl von Arten von denen unser Schrank vier enthält: die Silber-, die Lach-, die Sturm- und die Mantelmöve. Unter ihnen ist die Lachmöve die am weitesten verbreitete. Wie die Schwarze Seeschwalbe ist sie in der Hauptsache ein Binnenvogel, obwohl sich ihre Brut- plütze auch in der Nähe der Meeresküste finden und obwohl sie gerade in d«n Wattgegenden wie bei Duhnen häufig auftaucht und mit Vorliebe dem schon erwähnten Uferwurm nachstellt. Sonst nährt sie sich von Insekten, Käfern und Würmern. Daß sie wie ihre Schwestern auch die Brotnahrung liebt und das hingeworfene Stück außerordentlich geschickt in der Luft aufzufangen weiß, ist bekannt. Der Charakter der Möven weicht von dem heiter-geselligen Charakter der Seeschwalben ab, sie sind zänkisch und futterneidisch. Ein besonders schöner Vogel mit seinen glänzenden, blangrauen Flügeldecken ist die Silbermöve. Sie gehört zu den größten Mövenarten, die wir kennen, erreicht die Größe des Kolkraben und bietet im Flug, wie die beiden Stücke unseres. Schrankes zeigen, einen mächtigen, majestätischen Anblick. Die Silbermöve sucht mit Vorliebe die Wattgegenden der Nordsee auf und brütet zu vielen Tausenden eng znsammen- gedrängt an diesen Küstenstrichen. Ihre Nahrung besteht aus kleinen Fischen, allerhand Seegetier, doch auch aus dem Fleisch umherschwimmender toter Körper und gelegentlich aus den Eiern und nicht flüggen Jungen der Seeschwalbe. Sie wird von dieser infolgedessen auch gehaßt und wenn eine Silbermöve durch einen Schuß tödlich verwundet zu Boden fällt, so stürzen von allen Seiten die Seeschwalben mit Jnbelgeschrei herbei, und der Schütze kann durch ihr Benehmen deutlich erkennen, ob er die Silbermöve getroffen hat oder nicht. Auch dieser Vogel verschmäht es nicht, das Binnenland zu besuchen, wo er an unseren größeren Seen kein allzuseltener Gast ist.
Der Silbermöve außerordentlich ähnlich im Gefieder, aber kleiner und zierlicher von Gestalt, ist die Sturmmöve. Wie jene besitzt sie das blendende Weiß der Brust, des Halses und des Kopfes und daneben die Schwingen von schönem Blaugrau. Sturmmöve wird sie genannt, nicht, weil sie als Begleiter des Sturmes erscheint und den Aufruhr der Elemente liebt, sondern weil sie schon Tage vorher das Herannahen des Sturmes merkt und sich dann von der Küste in das Land hinter die schützenden Deiche zurückzieht. Zn Tausenden taucht sie dort auf, folgt dem Ackermann hinter dem Pfluge und erfüllt die Weiden und Triften mit ihrem Geschrei. In ihren Lebensgewohnheiten, ihrer Nahrung, ihren Brutplätzen gleicht sie der Silbermöve.
Die Mantelmöve ist ein mächtiger Vogel, dessen Wohngebiet weit in den Norden hineinreicht. Aber auch von unserer Nordseeküste, besonders in der Umgegend von Helgoland, kommt sie häufiger vor und ist vor allen anderen Arten leicht an ihrer schweren, mächtigen Gestalt zu erkennen. Sie wird man kaum jemals im Binnenlande erblicken. Ihr Gebiet ist das freie Meer mit dem