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zeit auf die Jndogermanen, und in der Folge bis hin zur Karolingerzeit behandelte sie ausschließlich die Tracht der Germanen (sie wird im Frühjahr 1921 im Druck erscheinen). Seine Tätigkeit am Museum für Völkerkunde bot ihm die Möglichkeit, auf dem weiten Gebiet europäischer Vorgeschichte sich umfangreiche Kenntnisse anzueignen. Hier und in den Hebungen bei Prof. Kossinna lernte er auch Paul Quente kennen und kam mit ihm nach Heiligengrabe. Beide waren bald Freunde, und so war es selbstverständlich, daß er, als er aus dem Felde zurückkehrte, die begonnenen Arbeiten von Paul Quente übernahm (Dahlhausen usw.) und auch, soweit er es in seiner freien Zeit konnte, dem Heimatmuseum in Heiligengrabe seine Arbeit widmete. So verliert auch die Prignitz an ihm viel, und unser Museumsverein ist einer seiner guten Helfer, beraubt. Viele haben ihn nicht persönlich kennengelerut, und doch werden auch sie aus diesen Zeilen den Wert seiner Persönlichkeit empfinden. Daß sich zwischen ihm und der Prignitz bereits feste Bande knüpften, dafür ist das schönste Zeugnis, daß ihm dortige Freunde einen trutzigen Findlingsblock auf sein Grab setzen wollen. Gerade als er mit aller Kraft ans Schaffen ging, als sich ihm die äußerlichen Verhältnisse zu seiner Befriedigung lösten, als er wissenschaftliche Anerkennung fand, sich ihm der Weg zum Universitätslehrer öffnete, da wurde er mitten aus dem Vollen herausgeriffeu. Laßt uns ihn nicht vergessen und immer von ihm lernen: je tiefer unseres Volkes Not, nm so fester an es zu glauben und ihm zu dienen.
Sein Freund und Kriegskamerad Georg Lechler.
Daten aus seinem Leben: Geb. 29. April 1887 zu Berlin 1893—1897 Besuch der 99. Gemeindeschule. 1897—1907 Besuch des Falk- Nealgymnasiums (mit späterer Ergäuzungsprüfung für Griechisch). 1907—1916 Besuch der Universität Berlin. April 1914—April 1916 tätig am Museum für Völkerkunde. 1916—1918 Kriegsdienst. 1918—1920 tätig am Museum für Völkerkunde.
Ein bisher unveröffentlichter Brief Friedrich Wilhelms IV.
Unter den Blättern von geschichtlichem Interesse, die mir hier ab und an immer wieder in die Hand kommen und mich unter ihren Einfluß zwingen, ist der nachfolgende Brief. König Friedrich Wilhelm lV. schreibt an die Aebtissin v. Schierstedt, zu deren Zeiten unter Wicherns (Gründer des Rauhen Hauses zu Hamburg) Einfluß die Erziehungsanstalt zu Heiligengrabe ins Leben trat.
Die Damen des Klosters hatten in der Stille schon oft Erziehungsarbeit getan, nun wurden die Statuten erneuert und die Klostergemeinschaft zur Arbeitsgemeinschaft vervollständigt, ja, ich möchte sagen wiedergeboren unter der Obhub der evangelischen Kirche.
Der nachstehende Brief macht uns mit zween der Geister bekannt, die hierbei am Werke waren. Die Sinnesart des Königs und die Sinnesart der Aebtissin, an die er schreibt, wird uns klar.
Des Königs Worte fanden eine gute Statt.
Adolphine v. Rohr, geb. v. Gersdorff, Aebtissin zu Heiligengrabe.