Heft 
(1920) 2
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zu den wenigen Vögeln Deutschlands gehört, die in letzter Zeit an Zahl zuge- genommen haben.

Die Zeit des gedeckten Tisches ist vorüber. Langsam, erst unmerklich füllen sich die Wasserlöcher. Die Vögelscharen, die mit in das Watt vorge­drungen sind, Weichen zurück. Das Meer kehrt wieder. Es drängt zu den verlassenen Stellen, es erobert sich zurück, was es scheinbar hatte fahren-lassen. An jeder Stelle der Wattküste ist diese Rückkehr des Meeres ein erhabenes, immer neues Schauspiel. Von ganz wundersamer Großartigkeit ist es auf der einsamen Sandinsel von Scharhörn. Sie ist zur Zeit der Flut ein Zufluchtsort für alle Vögel. Wenn der Wind ungünstig steht, wird freilich auch sie ganz und gar von der salzigen Meeresflut überbraust. Dann gibt es kein Plätzchen trockenen Bodens außer der Wettergranen Sturmbake. Aber an vielen Stellen ist die Sandinsel doch nur von einer dünnen Schicht Wasser überdeckt. Hier sammeln sich die Vögel. Wie unendliche Regimenter stehen sie aufgereiht, schweigend, unabsehlich. Alle Arten versammeln sich da, vor allem aber Möven und wieder Möven, sodaß es nah und weit silberweiß schimmert. Sie stehen still, beinahe unbeweglich nebeneinander, keine Art scheint sich um die andere zu kümmern, kaum ein Ruf tönt herüber von diesem sonst so frohen Volk, das die Luft mit seinen schrillen Schreien zu erfüllen Pflegt. Etwas Feierliches liegt über diesen Scharen, wie sie so unbeweglich ans die Wiederkehr der Ebbe harren. Ein unvergeßlicher Eindruck bleibt es für den, der es erlebte.

Ebenso unvergeßlich ist eine Morgenwanderung vor Sonnenaufgang über das Watt. Von dem grauen Schlick erhebt sich eine Vogelwolke nach der anderen. Ihre eintönigen Rufe klingen gedämpft, wie klagend durch die Morgenstille. Hier zieht ein Trupp wie eine schmale Linie gezogen dicht am Horizont hin, dort steigt ein leichter Schwarm empor in die Heller werdende Luft.

Wo die Natur ganz unberührt ist, wie an solchem Morgen, wie in solcher Einsamkeit, da spricht sie uns wunderbar an wie etwas Herrliches, Tiefver­trautes, zu dem wir zurückkehren. Vielen unserer Museumsbesncher möchte ich solche Eindrücke wünschen. Vielleicht, wenn ihr Weg sie an den Nordseestrand führt, denken sie auch dankbar an das Heimatmuseum zurück, daß sie die ver­schiedenen Arten der Vögel kennen lehrte und ihnen etwas von ihrem Leben und Wesen zu erzählen wußte.

A. v. Auers Wald.

Aus dem Vereinsleben.

Erfreulicherweise war der Mnsenmsbesuch ein sehr reger, seit dem März d. Js. sind 2193 Besucher verzeichnet. Leider läßt sich die Mitgliederzahl unseres Vereins noch immer nicht feststellen. 636 Hefte Nr. 1 unserer Museumszeitschrift sind zwar versandt worden, doch läßt dies keineswegs einen sichern Rückschluß auf die wirklich vorhandene Mitgliederzahl zu, da verhältnismäßig wenige Ant­worten, resp. Beiträge eingingen. Ich bitte deshalb noch wieder alle Herren Pfleger, Vertrauensmänner, Lehrer und Gemeindevorsteher zur diesbezüglichen Klarstellung freundlichst zu helfen.

An Stelle von Herrn l)r. Georg Girke ist dessen Freund und Kriegs­kamerad Herr Georg Lechler stuck, nrclmol. in die Museumsarbeit getreten und fördert dieselbe mit tatkräftiger Hilfe. Ende Juli hielt er für die Vereinsmit­glieder in Heiligengrabe und Techow einen sehr anregenden Lichtbilder-Vortrag über das Hakenkreuz in seiner Urbedeutung, Verbreitung, Formentwicklung usw., dem alle mit großem Interesse und Dank folgten. Durch ihn gelangte auch ein schon aus dem Jahre 1913 stammender, für die Wissenschaft hochbedeutsamer Fund zur Aufstellung im Museum: das Skelett einer etwa 45 jährigen