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Nach Beendigung des geschäftlichen Teils hielt Herr Lechler seinen Lichtbildervortrag über „Die Bedeutung des Heimatmuseums für die Gegenwart".
Er betonte die Notwendigkeit, uns für unsern inneren Wiederaufbau der Kultur und Geschichte unserer Vergangenheit wieder bewusst zu werden. Der Begriff > Kultur umfasse die gesamten Lebensäußerungen einer in sich geschlossenen Volkseinheit. Schon in frühester Vergangenheit könnten wir scharf Umrissen verschiedene Kulturkreise unterscheiden. Weit zurück lasse sich der Ursprung unserer germanischen Kultur verfolgen. Herrliche Lichtbilder zeigten Dokumente» dieser Kultur: Häuser, Begräbnisstätten, Waffen, Schmuck, sie alle nicht zusammenhanglose Gebilde, sondern erwachset: aus der Licht-Sehnsucht unserer Vorfahren, innig Verbundei: mit ihren: tiefsinnigen Sonnenkult.
Die dem Vortrag folgende kleine Aufführung erläuterte das Gesagte. Altgermanische Erntebräuche wurde:: gezeigt. Auch sie entstammen einer Zeit, in der die Sonne als Speicher alles Lebens verehrt wurde. Eiu kurzes Vorspiel sprach in tiefsinniger Weise von Reifen und Werden. Hieran schloß sich der Bändertanz. Die Erntekrone wurde im Kreise umtanzt, dabei die Bänder, die wie Strahlen von ihr herunterfielen, erfaßt, in: Tanze verschlungen und wieder gelöst. Dann folgte der Sünnros-Tanz, in dem das sich drehende Sonnenrad, sein Kreisen und Hüpfen wunderbar zum Ausdruck gelangte. Die reizvolle Ausführung schloß mit den: einschlummernden Samenkorn, das von Mutter Erde zur Ruhe gebettet, wird.
Reicher Beifall der Anwesenden, deren Zahl nach Beendigung des geschäftlichen Teiles bedeutend gestiegen war, dankte dem anmutsvollen Spiel. Der mehrfach ausgesprochene Wunsch nach weiteren Aufführungen im größeren Kreise wird ja nun in den: angekündigten altgermauischen Maifest seine Erfüllung finden.
Geschenkt wurde den: Museum von Herrn Rentner Schultz-Kuhbier ein Loskaufkontrakt aus dem Iahte 1801 zwischen den: Freiherrn Joh. Carl Edler Herr zu Putlitz auf Rittergut Burghof und dreizehn Bauern und Halbbauer:: in Kuhbier, durch den diese „13 Unterthanen zu Kuhbier" frei von jeglicher Dienstleistung, freie Besitzer jhres Hofes geworden sind; durch Herrn Wolgast von Frau Kleist-Glienicke alte Akten von 1703—1770; von Frl. Preiß-Wittstock ein bunter Wachsstock; von Herrn Hoppe-Felsenhageu 2 Urnen, en: Bronze- rasiermesfer, ein Bronzearmriug, 2 Fingerringe, eine Nadel; von Schwester Martha Roggatz 00 Stadtschsine; von Herrn Meyer-Prenzlau eine Mütze von Siegismuud III., König von Polen und Schwede!: 1594; von Frau Aebtissin von Rohr eiu Träuenkrüglein von: Euphratlaud; voi: Fräulein von Krosigk Ansicht voi: Heiligengrabe als den: Jahre 1830; von Herrn Ernst Böhmer- Blandikow eine Glasflasche aus dem Jahre 1826; von Frau von Klitzing- Demerthin ein Steinbeil, ein Tongefäß, ein Haifischunterkiefer; von Frau Tolks- dorff-Wittstock eine Patrone der französischen Mitrailleuse M/1869; von Stiftskind Ruth von Schimmelmaun 2 Pergamenturkunden von 1576 und 1631. — Alle:: Gebern sei unser herzlichster Dank ausgesprochen — Das Anschauungsmaterial unsers Museums ist! durch Neuerwerbung von zwei sehr interessanten Stücken vermehrt worden: Eine Vorrichtung für Steindurchbohruugen und einen Feuerbohrer. Diese Modelle zeigen uns, wie der Mensch der Steinzeit in einfacher und sinnvoller Weise den Aufgaben, die an ihn herantraten, gerecht zu wssrden wußte und wie er sich die mühsame Arbeit des Bohrens zu erleichtern verstand.
Seit dem 1. März d. Js. hat Herr Deiß, Major a. D., die Führung in: Museum und die Pflege seines kostbaren Inhalts übernommen. Der Eintrittspreis bei Nichtmitgliedern beträgt für Erwachsene 0,60 Mk., für Kinder 0,10 Mk.
M. von Goddenthow, Schriftführerin.