Heft 
(1921) 1
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Ma nnus-Bibliothek Nr.22

he rausgegeben von Pr ofessor Dr. Gustaf Kossinna

Sonderdruck aus

25 Jahre Siedlungsarchäologie, Arbeiten aus dem Kreise der Berliner Schule besorgt von Professor vr. Hans Hahne, Halle.

Leipzig, Verlag von Lurt Kobitzsch. IS2I.

Das germanische Haus von Vehlow, Ostprignitz.

von Paul Quente (gefallen am Hartmannsweilerkopf 15.10.15.)

Nach dem von ihm hinterlassenen Grabungsbericht, begonnenen Niederschrift und Zeichnungen veröffentlicht von Jörg Lechler.

Mit 15 Abbildungen im Text und auf Tafel VIVIII.

Im Frühjahr des Jahres 1913 konnte ich auf dem Gelände des Herrn Gärtnermeister Wendt in Vehlow eine Dorfanlage aufdecken, deren Scherben- funde sie der vorchristlichen Eisenzeit in der Hauptsache zuweisen (Mb. 1, Lageplan,- Mb. 2, Msgrabungsplan). Trotzdem die Grabung frühzeitig beendet werden mutzte, gelang es, aus dem freigelegten Gelände einen ein­wandfreien, deutlichen hausgrundritz festzustellen (Mb. 3 und 4). Oie Oorf- anlage als solche hat sicher bis in das erste Jahrhundert der nachchristlichen Eisenzeit bestanden, denn innerhalb der Siedlung wurden einige wenige Mäanderscherben, oder besser: mit Rädchentechnik verzierte Scherben, gefunden. Oa jedoch in den Pfostenlöchern des in Krage stehenden Grundrisses keine kaiserzeitlichen Scherben mit Rädchentechnik zum Vorschein gekommen sind, sondern nur Latone-Scherben, so ist es nicht gewitz, ob dieses Haus wirklich bis zum ersten Kahrundert nach Ehr. gestanden hat, wie dies bei den andern unklar gebliebenen Grundrissen der Kall war.

Ls war verhältnismätzig leicht, den Grundritz festzustellen, da das Innere des Hauses eine Riesschüttung aufwies, und sich nach drei Seiten hin auf weite Entfernung keine anderen Pfostenlöcher fanden. Oie dem Haus ange­gliederte Vorhalle wies keine Riesschüttung auf.

Methode der Grabung.

Nachdem auf weite Entfernung das zu untersuchende Gelände von der Ackerkrume befreit war, und die Umrisse der Pfostenlöcher klar im unberührten