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Unser Maisest am 29. Mai.
Im November vorigen Jahres hielt der Museumsverein zu Heiligengrabe seine Jahresversammlung ab. Hierbei wurde durch Pritzwalker Jugend ein Ausschnitt ans einem Erntefest-Herbstspiel ausgeführt. Unter allgemeinem Beifall wurde der Wunsch laut, was hier vor einer kleinen Schar Zuschauer sich abspielte, möchte doch großzügig angelegt — als Fest des ganzen Kreises der Prignitz — die Bevölkerung erleben. Nun soll es für die Prignitz an: 29. Mai mit einem deutschen Maifest in Heiligengrabe zur Tat werden. Auf großer Festwiese sollen die aus allen Orten der Prignitz Herbeiströmenden sich unter Maibaum und Maikrone znsammenfinden. Herr Professor Dr. Hahne, Leiter des Vorzeitmuseums zu Halle, dessen Arbeit über Feste wir an der Spitze unseres Blattes bringen, wird über das alte deutsche Maifest und seinem Sinn sprechen. Seine Worte werden Widerhall finden im Herzen der Prignitzer. Die Jugend wird zum Maifest antreten. Der Pfingstvater wird in alter Weise seine Lehren erteilen. Maigraf und Maibraut, dazu Mutter Erde werden wieder da sein.
Unsere lieben, deutschen Volksbräuche werden auferstehen wie Schwerttanz, Todaustragen, St. Georgs Kampf mit dem Drachen. Burschen werden Kraftproben ablegen und in: alten Volkstanz wird die Feier den Höhepunkt finden. Am Schills; des Festes wird ein Holzstoß emporlodern als Symbol des siegenden Lichtes. Bewußt muß uns wieder das Naturgeschehen um uns werden. Ein wirklich inneres Verhältnis müssen wir zu unserer Heimat gewinnen. Nur so können wir stark sein llnd werden. Damit erhält das Feiern einen tiefen Sinn, doppelt nötig gerade in unserer trüben Zeit. Bei solch starkem symbolischen Sinn und Wert können wir Deutsche der Gegenwart wieder Feste feiern lernen. Los von der flachen Art des Feierns in qualmiger Wirtsstnbe bei Großstadt(!)tanz und Kitsch- nnlsik. Das Maifest soll den Prignitzern Beispiel sein, daß Festefeiern die Angelegenheit der ganzeil Dorfgemeinde ist, zu dem jeder sein Teil beizutragen hat. Begriffen muß werden, daß alle dabei sein müssen, wenn von gemeinsamer X Heimat und Not und dem Jahresgeschehen zu ihnen gesprochen wird. Die Begleitung des Jahres durch Jahreslauffeste soll das Naturgeschehen um uns wieder bewußt werden lasseil. Diese Jahreslaufspiele, wie wir sie am 29. Mai feiern wollen, wurzeln in den alten, noch in verschiedenen Gegenden sich gehaltenen Volksbräuchen. Nicht ein nutzloses Wiederbeleben uns fremd gewordener Bräuche soll es sein, nur das, wozu wir noch ein inneres Verhältnis All haben vermögen, soll weiter leben. Das deutsche Volksfest ist das wozu sich wieder alle gleichviel welcher Partei und Richtung im gemeinsamen deutschen Volkstum finden können. Auf das Finden des Gemeinsamen kommt es in unserer Zeit an. Das alles wird diesmal durch die Jugend zum Ausdruck gebracht werden.
Die Wirkung des Festes soll nicht einfach dahinschwinden. Noch dieses- Jahr soll in Heiligengrabe ein ländlicher Hochschulkursus sein für- „berufene" Wiedererwecker dieses deutschen Volkstums wie Lehrer, Pastoren nsw. 8 Tage sollen sie gemeinsam in Heiligengrabe bleiben. Die deutsche Vorzeit soll in gemeinschaftlicher Arbeit der Teilnehmer lebendig werden und die Möglichkeit