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rerbildung hat. In Potsdam begründen wir ja auch eine Psychologie, die im Vergleich zum üblichen Diplomstudium in der Bundesrepublik ein besonderes Profil hat. Die Strukturkommission Psychologie hat die Anwendungs- und die Grundlagenfächer in besonderem Maße auf Bildungsprozesse von der Vorschule bis zur Rehabilitation Erwachsener ausgerichtet. So soll etwa die Sozialpsychologie einen Schwerpunkt in Schulorganisation und Schulkonflikten besitzen; die Arbeitspsychologie wird ihr Augenmerk auf Berufsausbildung und Berufspraxis sowie Weiterbildung richten. Die Allgemeinpsychologie wird Kognitionswissenschaft mit besonderer Betonung der Prozesse des Lernens und Denkens in der Schule als einen Schwerpunkt haben. Die Motivationspsycho
Man hat es.
logie wird Handlungsregulationen und Motivationen von Schülern, Lehrern und Eltern ins Visier nehmen. So wird die Psychologie einen Resonanzboden für die erziehungswissenschaftlichen Grundlagenfächer abgeben. Die Lehrerbildung in Potsdam dürfte die am stärksten psychologisch durchgeformte Lehrerbildung in der Bundesrepublik werden.
PUZ: Gewissermaßen als Resümee möchte ich Sie fragen: Welche Ziel- oder Ergebnisvorstellungen verbinden Sie mit der Realisierung des Potsdamer Modells, welches„Produkt“ haben wir nach dem Abschluß eines Lehramtsstudiums produziert?
Edelstein: Ihre Frage ist völlig legitim. Warum machen wir das alles? Ich hoffe, es ist keine Utopie, wenn wir uns wünschen, in
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ME Reden wir darüber.
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Potsdam einen Prozeß zu begründen, durch den Lehrer in der Tat zu Lehrern werden können, statt zu frustrierten Gelehrten in der Schule. In der Lehrerbildung bewirken wir heute im günstigsten Falle, daß jemand beispielsweise ein guter Germanist, ein hermeneutisch gebildeter Literaturwissenschaftler wird, der gelernt hat, mit Literatur umzugehen, nicht aber, die Beschäftigung mit Literatur in die Köpfe der Schüler zu verpflanzen. Wir wollen, daß zukünftige Lehrer lernen, an den Aufgaben seines Berufes wissenschaftlich Gefallen zu finden, so daß er Schüler zum Lernen motivieren kann; daß er sich in der Schule nicht ohnmächtig wiederfindet, hilflos hinund hergerissen in einem Meer von Ärgernissen und Aggressionen, ohne mit den Aufgaben fertig zu werden, die seine Funktion von ihm verlangt. Er soll zu der heute fast übermenschliche
Kräfte erfordernden Aufgabe befähigt sein, eine Gruppe von Schülern unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Begabung motiviert bei der Stange zu halten. Das soll der Potsdamer Lehrer besser können als Leute, die andere Universitäten heutzutage in die Schule entlassen. Wenn uns gelingt, was wir uns vorstellen, wird darin die Stärke des Potsdamer Absolventen bestehen, daß er dies besser kann als andere, daß er dafür besser aufgeklärt und besser ausgrüstet ist, wenn er das integrierte Modell der Potsdamer Lehrerbildung durchlaufen hat.
Herr Professor Edelstein, verbindlichsten Dank für diese Darstellungen.
(Die Fragen stellte Dr. Rolf Rammelt)
Frau auch.