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(1.1.2019) 02
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Nr. 2/93 Seite 10

Fortsetzung von S. 9

rerbildung hat. In Potsdam be­gründen wir ja auch eine Psy­chologie, die im Vergleich zum üblichen Diplomstudium in der Bundesrepublik ein besonderes Profil hat. Die Strukturkommis­sion Psychologie hat die Anwen­dungs- und die Grundlagenfä­cher in besonderem Maße auf Bildungsprozesse von der Vor­schule bis zur Rehabilitation Erwachsener ausgerichtet. So soll etwa die Sozialpsychologie einen Schwerpunkt in Schulor­ganisation und Schulkonflikten besitzen; die Arbeitspsychologie wird ihr Augenmerk auf Berufs­ausbildung und Berufspraxis sowie Weiterbildung richten. Die Allgemeinpsychologie wird Kognitionswissenschaft mit be­sonderer Betonung der Prozesse des Lernens und Denkens in der Schule als einen Schwerpunkt haben. Die Motivationspsycho­

Man hat es.

logie wird Handlungsregulatio­nen und Motivationen von Schü­lern, Lehrern und Eltern ins Visier nehmen. So wird die Psy­chologie einen Resonanzboden für die erziehungswissenschaft­lichen Grundlagenfächer abge­ben. Die Lehrerbildung in Pots­dam dürfte die am stärksten psychologisch durchgeformte Lehrerbildung in der Bundesre­publik werden.

PUZ: Gewissermaßen als Resü­mee möchte ich Sie fragen: Wel­che Ziel- oder Ergebnisvorstel­lungen verbinden Sie mit der Realisierung des Potsdamer Modells, welchesProdukt haben wir nach dem Abschluß eines Lehramtsstudiums produ­ziert?

Edelstein: Ihre Frage ist völlig legitim. Warum machen wir das alles? Ich hoffe, es ist keine Uto­pie, wenn wir uns wünschen, in

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ME Reden wir darüber.

re potsdam

N,

Potsdam einen Prozeß zu begrün­den, durch den Lehrer in der Tat zu Lehrern werden können, statt zu frustrierten Gelehrten in der Schule. In der Lehrerbildung bewirken wir heute im günstig­sten Falle, daß jemand beispiels­weise ein guter Germanist, ein hermeneutisch gebildeter Lite­raturwissenschaftler wird, der gelernt hat, mit Literatur umzu­gehen, nicht aber, die Beschäfti­gung mit Literatur in die Köpfe der Schüler zu verpflanzen. Wir wollen, daß zukünftige Lehrer lernen, an den Aufgaben seines Berufes wissenschaftlich Gefal­len zu finden, so daß er Schüler zum Lernen motivieren kann; daß er sich in der Schule nicht ohn­mächtig wiederfindet, hilflos hin­und hergerissen in einem Meer von Ärgernissen und Aggressio­nen, ohne mit den Aufgaben fertig zu werden, die seine Funk­tion von ihm verlangt. Er soll zu der heute fast übermenschliche

Kräfte erfordernden Aufgabe befähigt sein, eine Gruppe von Schülern unterschiedlichen Al­ters, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Begabung motiviert bei der Stange zu hal­ten. Das soll der Potsdamer Lehrer besser können als Leute, die andere Universitäten heutzu­tage in die Schule entlassen. Wenn uns gelingt, was wir uns vorstellen, wird darin die Stärke des Potsdamer Absolventen be­stehen, daß er dies besser kann als andere, daß er dafür besser aufgeklärt und besser ausgrüstet ist, wenn er das integrierte Mo­dell der Potsdamer Lehrerbildung durchlaufen hat.

Herr Professor Edelstein, ver­bindlichsten Dank für diese Darstellungen.

(Die Fragen stellte Dr. Rolf Rammelt)

Frau auch.