Heft 
(1973) 16
Seite
539
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ist mir grenzenlos zuwider: dieser beschränkte, rappschige Adel, diese verlogene und bornierte Kirchlichkeit, dieser ewige Reserveoffizier, dieser greuliche Byzantinismus..."

Wenden wir uns anderen Büchern in Fontanes Schrank zu. Vielleicht Anden wir in diesem oder jenem interessante Notizen oder Hinweise. Da fallen als umfangreiche Buchgruppe die Gesammelten Werke Schillers und Goethes ins Auge. Man kann Goethes Werk in Fontanes Bücher­schrank eine sechsbändige Cottasche Ausgabe aus dem Jahre 1863 nicht ansehen, ohne etwas amüsiert seiner Bemerkung zu gedenken: The great old man ist in manchen Stücken doch antiquiert. Wir blättern in den ersten beiden Bänden und Anden überall Randbemer­kungen, ein Zeichen, daß Fontane seinen Goethe gut durchgearbeitet hat. Er hat ihn sogar mehrmals in derVossischen Zeitung rezensiert. Was schrieb er noch über GoethesWerther ?Alles ist eminent, trägt den Stempel des Genies. Nur nach der Diskretionsseite hin ist die Arbeit eine schwere Versündigung. Da hat es Fontane allerdings mit seiner Effi geschickter angestellt, niemand hat ihr Urbild wiedererkannt. Heute kennen wir nach der verdienstvollen Veröffentlichung der ArbeitFon­tanes ,Effi Briest und Spielhagens ,Zum Zeitvertreib in denStudien zur neueren deutschen Literatur (Berlin 1964) durch Professor Dr. Hans- Werner Seiffert und Christel Läufer die historische Effi und ihre Umwelt sehr genau.

Fontane war selbstverständlich kein Gegner Goethes, aber ein Gegner des leeren Goethe-Kultus seiner Zeit, und diesen fand er wohl eigentlich antiquiert, nicht Goethe selbst. Und wie sehr führen uns diese Goethe- Marginalien Fontanes eigenen Charakter vor Augen, in seiner ganzen Korrektheit, Sachlichkeit und taktvollen Rücksichtnahme.

Während unser Blick weiter über die Bücherreihen schweift, fällt uns ein Heine auf, ein hübscher Band in modernem Taschenformat. Es ist HeinesRomanzero, der Fontanes LieblingsballadeDer Dichter Firdusi enthält. Handschriftliche Wertungen der einzelnen Gedichte im Inhalts­verzeichnis des Bändchens wollen wir hier so wiedergeben, wie wir sie fanden, und nichts hinzusetzen:

Rhampsenit.

Der weiße Elephant . . . Schelm von Bergen . . .

Valkyren.

Schlachtfeld bei Hastings Carl I.

nicht

Marie Antoinette Pomare IIV . . . Der Apollogott IIII